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Bayerns Natur im Fokus

LBV legt ersten Forschungsbericht über seine akademische und bürgerwissenschaftliche Arbeit im Freistaat vor

Von der Waldbirkenmaus bis zum Steinadler, vom Böhmischen Enzian bis zur Gelbbauchunke: Die Natur in Bayern ist so vielfältig, wie in wenigen anderen Bundesländern. Um ihren Schutz sicherzustellen, betreut der bayerische Naturschutzverband LBV nicht nur Biotope und ist in der Umweltbildung aktiv. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen wissenschaftliche und bürgerwissenschaftliche Projekte. Erstmals hat der LBV in diesem Jahr die umfangreiche wissenschaftliche Arbeit seiner Kreisgruppen und Mitglieder in einem eigenen Forschungsbericht zusammengestellt, der am 4. Mai 2021 in einer Online-Veranstaltung vorgestellt wird.

Steinadler im Flug über Wiese | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning
Das Überleben einiger Arten in Deutschland hängt teils sogar vollständig von ihrem Schutz im Freistaat ab wie z.B. der Steinadler

Bedeutung Bayerns für den Schutz der Artenvielfalt

Schwarzstorch steht im seichten Wasser und hebt ein Bein | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Bayern beherbergt unter anderem eine der bundesweit bedeutsamsten Population des Schwarzstorchs

Der LBV-Forschungsbericht 2020 belegt eindrucksvoll auch die Bedeutung Bayerns für den Schutz der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen über die Landesgrenzen hinaus.

So konnten Projekte des LBV bestätigen, dass der Freistaat eine der bundesweit bedeutsamsten Population des Schwarzstorchs beherbergt, ein Schwerpunkt liegt in Oberfranken. Das Überleben einiger Arten in Deutschland hängt sogar vollständig von ihrem Schutz im Freistaat ab.

Beispiele sind die Große Hufeisennase (Hohenburg), der Steinadler (Bayerische Alpen) oder der Böhmische Enzian (Niederbayern) – sie alle sind vom Aussterben bedroht und haben in Deutschland nur noch an einigen wenigen Orten in Bayern Refugien.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind die Basis aller unserer Positionen und Forderungen. Wie erfreulich weit die naturschutzbiologische Forschung und Bürgerwissenschaft in Bayern gediehen ist, zeigt unser Forschungsbericht eindrucksvoll.

Flächenschutz und Artenvielfalt eng verknüpfen

Gelbbauchunke unter Wasser mit ausgestreckten Beinen und mit gelbem Bauch zur Kamera |© Andreas Hartl © Andreas Hartl
Mithilfe einer App konnte das Wanderverhalten der seltenen Gelbbauchunke und somit die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen erfasst werden

Auch Flächenschutz und Artenvielfalt sind bei der LBV-Arbeit eng verknüpft, das zeigt das Beispiel der Insektenvielfalt im Rainer Wald, einem Waldschutzgebiet in Niederbayern.

Auf den dortigen Flächen im Besitz des LBV hat die Natur seit Jahren Vorrang. Hier wurde beim Insekten-Monitoring u.a. die Waffenfliege Berkshiria hungarica zum ersten Mal in ganz Deutschland nachgewiesen.

Im Rahmen eines Langzeitmonitorings von Gelbbauchunken in der Oberpfalz konnte mithilfe einer App zur individuellen Erkennung der Tiere das Wanderverhalten dieser seltenen Amphibienart und somit die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen erfasst werden.

Moderne Technik kam auch bei der Suche nach einem der kleinsten und seltensten Säugetiere Deutschlands, der Waldbirkenmaus, zum Einsatz. Im Allgäu konnte das scheue Nagetier durch eine Wildtierkamera eindeutig nachgewiesen werden, so dass nun umfangreichere Erfassungen geplant werden können.

Der LBV verstehe sich seit jeher immer auch als Fachverband

Gerade in Zeiten, in denen immer stärker mit ‚Fake news‘ Stimmung und Politik gemacht wird, gibt die Verankerung in einem soliden Fundament aus fachlich begründeten Erkenntnissen unseren naturschutzpolitischen Forderungen ihr besonderes Gewicht und uns als Verband unsere Glaubwürdigkeit.

Erst die genaue Kenntnis etwa über das Vorkommen oder die Biologie einer Pflanzen- oder Tierart ermöglicht es, ihre mögliche Gefährdung überhaupt zu erkennen und ihren Schutz zu organisieren.

Hinweis:

Der LBV-Forschungsbericht kann hier als PDF-Version mit Verlinkungen zu den Originalquellen heruntergeladen werden.

Am kommenden Dienstag, 4. Mai, wird der LBV-Forschungsbericht ab 20 Uhr öffentlich in einer Online-Konferenz vorgestellt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. 

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