Bayern schaltet das Licht aus für mehr Artenschutz in der Nacht

LBV ruft zur Teilnahme an der Earth Night am 15. September auf – Lichtverschmutzung schadet Insekten, Vögel und Pflanzen

Straßenbeleuchtung, Gebäudestrahler und Werbetafeln: die Nächte werden weltweit immer heller. Die viel zu intensive Nachtbeleuchtung hat bedrohliche Folgen für Insekten, Vögel und weitere Arten. Um auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, unterstützt der LBV die Aktion Earth Night der „Paten der Nacht“.

Lichtverschmutzung | © Dr. Olaf Broders © Dr. Olaf Broders
Künstliche Beleuchtung lässt unsere Nächte weltweit immer heller werden.

Die Vereinigung von ehrenamtlich Aktiven zur Eindämmung der Lichtverschmutzung ruft am 15. September ab 22 Uhr – in der ersten Neumondnacht des Monats – bundesweit dazu auf, nächtliches Kunstlicht zu reduzieren. Wir müssen uns klar machen, dass wir mit künstlicher Beleuchtung den Lebensrhythmus von Tieren und Pflanzen stören und Lebensräume entwerten. Dies gilt besonders für nachtaktive Insekten aber, gerade jetzt im Herbst, auch für Zugvögel. Lichtverschmutzung lässt sich aber sehr leicht beseitigen. Es reicht sprichwörtlich, den Schalter umzulegen. Ziel der Earth Night ist es, langfristig einen naturschonenden Umgang mit der Ressource Licht sowie ein allgemeines Umdenken zu fördern.

 

Strassenlampe_Insekten | © Oliver Wittig © Oliver Wittig
Insekten schwirren so lange um das Kunstlicht von Laternen bis sie vor Erschöpfung verenden.

Gefahr für Tier und Pflanzenwelt

Die Gefahr für Tier- und Pflanzenwelt durch viel zu intensive Nachtbeleuchtung ist wissenschaftlich erwiesen. Nachtaktive Insekten werden vom Kunstlicht angezogen und schwirren so lange um die Lichtquelle, bis sie vor Erschöpfung sterben oder ihren Fressfeinden zum Opfer fallen. Diesen sogenannten Staubsaugereffekt an Straßenlaternen hat wohl jeder und jede schon beobachtet. Insekten sind als Nahrungsquelle für unzählige Tiere der Ausgangspunkt unserer Artenvielfalt. Außerdem erbringen sie wichtige Bestäubungsleistungen, die unsere Lebensmittel sichern. Wer etwas gegen Lichtverschmutzung tut, schützt die Insektenwelt. Die negativen Auswirkungen von künstlicher Beleuchtung gehen jedoch über die besonders betroffenen Fluginsekten hinaus. Vögel können durch künstliches Licht in der Nacht irritiert werden und sich durch Kollisionen verletzen. Und auch Bäume werfen im Herbst ihre Blätter nicht ab, wenn sie neben Straßenlaternen stehen.

 

Mitmachen bei der Earth Night 2023

Um das Problem übermäßiger künstlicher Beleuchtung in den Griff zu bekommen, kann jede und jeder etwas tun. Während Privatpersonen schon durch das Abschalten der Außenbeleuchtung am Haus sowie das Schließen der Jalousien oder Vorhänge viel bewirken können, sind besonders Gewerbetreibende dazu aufgerufen, nachts die Werbebeleuchtung abzuschalten. Auch ganze Gemeinden können sich beteiligen. Die Earth Night leistet einen wichtigen Beitrag, indem sie die Wohltat einer natürlichen, dunklen Nacht für Mensch und Natur erlebbar machen will. Wenn wir künstliches Licht reduzieren, können wir nämlich auch den faszinierenden Sternenhimmel besser genießen.

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© Dr. Olaf Broders

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