Atempause für die Artenvielfalt: Von 1. bis 31. Mai mitmachen bei Dawn Chorus

Vogelkonzert vor der eigenen Haustür aufnehmen und wichtige Daten für die Biodiversitätsforschung liefern

Am Montag, den 1. Mai beginnt wieder der Hauptsammelzeitrum des Projekts "Dawn Chorus". Dieses Jahr unter dem Motto "Stop and Listen. Free your mind." Gemeinsam mit dem Naturkundemuseum Bayern/BIOTOPIA Lab, der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und zahlreichen weiteren Partnern laden wir Menschen auf der ganzen Welt ein, eine Auszeit vom hektischen Alltag zu nehmen und den morgendlichen Vogelchor vor der eigenen Haustür zu erleben, aufzunehmen und zu teilen.

Braunkehlchen auf Zaunpfahl mit einem lila orangenen Farbverlauf

Ohne Vorkenntnisse kann so jede und jeder einen wichtigen Beitrag zur Biodiversitätsforschung leisten: Die Aufnahmen bilden eine für die Wissenschaft wertvolle Datenbasis, um Veränderungen in der Artenvielfalt zu erkennen – etwa durch die Klimakrise oder neue Lebensraumbedingungen. Gleichzeitig bietet das Projekt verschiedene Möglichkeiten, kreativ zu werden. Mit der Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst wollen die Projektpartner gemeinsam der Natur Gehör verschaffen.

Daten sammeln für die Wissenschaft

Die Zeit etwa eine Stunde vor Morgendämmerung bis ungefähr eine Stunde nach Sonnenaufgang ist magisch: Überall beginnt es zu zwitschern, pfeifen und zu trillern. Der Gesang der erwachenden Vogelwelt ist nun am intensivsten – der perfekte Zeitpunkt, um den vielfältigen Vogelstimmen vor dem Start in den hektischen Alltag zu lauschen und dabei Energie zu tanken. Während dieser kurzen Atempause kann jede und jeder in dem Citizen Science und Kunst-Projekt "Dawn Chorus" für die Natur und die Wissenschaft aktiv werden: Mit der gleichnamigen, kostenlosen App ist es ohne Vorkenntnisse möglich, hochwertige, wissenschaftlich standardisierte Tonaufnahmen zu machen und hochzuladen. Bereichern können Teilnehmende ihre Tonaufnahmen mit kreativen Gedanken, einem Foto oder einem eigenen Digitalkunstwerk. So wird die Artenvielfalt vor Ort persönlich erlebbar.

"Vögel sind wichtige Indikatoren für Veränderungen in den verschiedenen Lebensräumen, und während ihres Morgenkonzerts sind viele von ihnen gesanglich besonders aktiv. Gemeinsam mit engagierten Bürgerwissenschaftler*innen trägt Dawn Chorus Daten zu einer globalen Soundmap zusammen und hilft dabei, in Zukunft künstliche Intelligenz zur automatischen Auswertung des komplexen Morgenkonzerts der Vögel zu entwickeln. So schaffen wir zusammen ein starkes Werkzeug für das weltweite Biodiversitätsmonitoring", sagt Prof. Dr. Michael John Gorman, Gründungsdirektor des Naturkundemuseum Bayern. Dafür machen die Teilnehmenden ihre Aufnahmen optimalerweise an mehreren Tagen und über mehrere Jahre hinweg, immer an demselben Ort und ungefähr zur selben Zeit. In der App werden Standort und Uhrzeit automatisch erfasst.

Beitrag zur Artenkenntnis

Das Projekt hat darüber hinaus zum Ziel, das Wissen und Bewusstsein über Vogelarten in der bayerischen Bevölkerung zu stärken. Amsel, Mönchsgrasmücke oder Rotkehlchen: Wissen Sie, wer wie singt? Falls nicht, ist das kein Problem. Auch ohne diese Kenntnisse ist es möglich, bei Dawn Chorus mitzumachen und zu erleben, wie es das eigene Wohlbefinden steigert, sich eine kurze Auszeit zu nehmen und dem kostenlosen Konzert der heimischen Vogelwelt zu lauschen. Vielleicht bekommt der ein oder andere so künftig auch Lust, mehr über die Sänger vor dem eigenen Fenster zu erfahren.

Dawn Chorus 2023: Themen, Termine und Neuigkeiten

Passend zum diesjährigen Motto "Stop and listen. Free your mind." laden wir die Teilnehmenden dieses Jahr dazu ein, an ihren Lieblingsorten innezuhalten und von dort Aufnahmen hochzuladen. Unter dem Slogan "Gipfelsound und Berggezwitscher" ist eine neue Kooperation mit dem DAV (Deutscher Alpenverein) entstanden, die dazu inspirieren soll, Aufnahmen aus den Bergen hochzuladen.

Neben dem wissenschaftlichen Zweck will "Dawn Chorus" die Natur auch mit künstlerischen Ansätzen erlebbar machen und so auf spielerische Weise Aufmerksamkeit für die bedrohte Artenvielfalt unserer Erde schaffen. In Zusammenarbeit mit dem Klanginstitut, einer Initiative, die es zum Ziel hat, neue Konzepte zur Musikvermittlung zu entwickeln, werden dieses Jahr weitere kreative Möglichkeiten entstehen, mehr über Vogelstimmen zu lernen.

Der wissenschaftliche Hauptsammelzeitraum findet auch in diesem Jahr vom 1. bis 31. Mai statt. In diesem Zeitraum bieten verschiedene Termine eine gute Gelegenheit, bei "Dawn Chorus" mitzumachen: Am 7. Mai, dem internationalen Dawn Chorus Day zelebrieren weltweit viele tausend Vogelfreund*innen das morgendliche Gezwitscher. Die beliebte City versus Countryside Challenge findet am 21. Mai statt: Wer liefert dieses Jahr mehr aufnahmen – Stadt oder Land? Am 22. Mai sind im Rahmen des Tages zur Erhaltung der Artenvielfalt alle Schulen zum großen Mitmachtag eingeladen. Mehr Informationen zur Teilnahme, den Events und weiteren Aktionen im Zusammenhang mit Dawn Chorus sind zu finden Sie hier. Aufnahmen von Vogelstimmen sind auch außerhalb des Hauptsammelzeitraums willkommen.

Die Vogelstimmen des Dawn Chorus erklingen unter
#dawnchorus2023 und #stopandlisten auf

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@DawnChorusStopAndListen
Instagram 
@dawnchorus_stopandlisten

Über das Projekt

Wenn die Sonne langsam aufgeht, setzt der "Chor der Morgendämmerung" (engl. Dawn Chorus) ein. Viele Vögel beginnen mit ihrem Gesang. Das Citizen Science und Kunst-Projekt Dawn Chorus lädt weltweit dazu ein, das Morgenkonzert zu erleben und mit dem Smartphone aufzunehmen – um der Natur Gehör zu verschaffen. Das wissenschaftliche Ziel ist es, anhand von Tonaufnahmen und der Hilfe von Bürgerwissenschaftler*innen, die Vogelvielfalt über Jahre hinweg zu dokumentieren. Die Daten dieses akustischen Biomonitorings helfen dabei, Veränderungen in der Artenvielfalt aufzuzeigen. Das Projekt wurde in der Stille des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 von Naturkundemuseum Bayern/BIOTOPIA Lab und der Stiftung Kunst und Natur initiiert. Seit 2022 ist Dawn Chorus ein gemeinsames Projekt vom Naturkundemuseum Bayern/BIOTOPIA Lab und uns.

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© Dr. Olaf Broders

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