„Marktplatz der biologischen Vielfalt“

10 Modellgemeinden für das Biodiversitätsprojekt ausgewählt

Für das Modellprojekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt – Bayerische Kommunen setzen auf Biodiversität“ sind zehn Teilnehmergemeinden nach einheitlichen Bewertungskriterien ausgewählt worden. Eine Jury, besetzt aus Vertretern der Projektträger, hat 36 Bewerbungen von Gemeinden aus allen Teilen Bayerns geprüft, die sich für den Schutz und die Förderung der Biodiversität auf kommunaler Ebene einsetzen wollen.

Grünspecht sitzt auf einer grünen Wiese | © Rosl Rößner © Rosl Rößner

Am Modellprojekt können nun folgende zehn Gemeinden teilnehmen, für die bis Ende des Jahres 2021 kommunale Biodiversitätsstrategien entwickelt und Maßnahmen umgesetzt werden (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Gemeinde Brennberg (Lkr. Regensburg, Oberpfalz)
  • Stadt Ebern (Lkr. Haßberge, Unterfranken)
  • Gemeinde Kettershausen (Lkr. Unterallgäu, Schwaben)
  • Stadt Lohr am Main (Lkr. Main-Spessart, Unterfranken)
  • Markt Nordhalben (Lkr. Kronach, Oberfranken)
  • Gemeinde Rohr (Lkr. Roth, Mittelfranken)
  • Stadt Rottenburg a. d. Laaber (Lkr. Landshut, Niederbayern)
  • Gemeinde Stephanskirchen (Lkr. Rosenheim, Oberbayern)
  • Markt Titting (Lkr. Eichstätt, Oberbayern)
  • Gemeinde Ursensollen (Lkr. Amberg-Sulzbach, Oberpfalz)

Bis Mitte des Jahres 2020 soll die Erstellung der Biodiversitätsstrategien abgeschlossen sein

Ziel des „Marktplatzes der biologischen Vielfalt“ ist es, den Erhalt der Biodiversität als kommunale Aufgabe zu verankern und ins Gemeindeleben zu integrieren. Die Modellgemeinden sollen neben positiven Entwicklungen im Gemeindegebiet auch multiplizierende Wirkung für den Schutz der Arten und Lebensräume in bayerischen Kommunen entfalten.

Alle kreisangehörigen Gemeinden, Märkte und Städte in Bayern waren aufgerufen, sich bis zum 30. September 2018 zu bewerben. Ein Rücklauf von 36 Bewerbungen belegt die Bereitschaft, das steigende Bewusstsein für den Schutz der biologischen Vielfalt in langfristig angelegte Initiativen umzusetzen.

Die Arbeitsphase der Gemeinden beginnt hierzu am 30. November 2018 mit dem 1. Forum zur Netzwerkgründung. Bis Mitte des Jahres 2020 soll die Erstellung der Biodiversitätsstrategien abgeschlossen sein.

Es schließen sich bis zum Ende der Projektlaufzeit, im Dezember 2021, Planungen und Umsetzungen konkreter Maßnahmen zum Arten- und Lebensraumschutz an.

Hintergrund

Ermöglicht wird das Projekt durch eine in Bayern einzigartige Kooperation. Die Trägergemeinschaft setzt sich zusammen aus dem Markt Tännesberg und den landesweit tätigen Naturschutzverbänden BUND Naturschutz in Bayern e.V., Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und Wildland-Stiftung Bayern.

Gefördert wird das Projekt über den Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerträgen der GlücksSpirale. Ferner wird es unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sowie dem Bayerischen Gemeindetag. Auch die ausgewählten Gemeinden haben ihre Bereitschaft erklärt, eigene Haushaltsmittel für konkrete Maßnahmen bereit zu stellen.

Vorbild für das Modellprojekt ist die Marktgemeinde Tännesberg, die erste Biodiversitätsgemeinde Deutschlands (Lkr. Neustadt a. d. Waldnaab, Oberpfalz). Seit über 30 Jahren werden hier naturschutzfachliche Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Biodiversität durchgeführt. Auf Grundlage dieser langjährigen Erfahrung werden die Modellgemeinden gemäß ihren jeweiligen Voraussetzungen beraten. Das Projekt trägt die Kosten für die Entwicklung der gemeindeeigenen Strategien und koordiniert den Austausch im Netzwerk.

Ziele

Im Projekt sollen Arten- und Lebensraumverluste in der Kulturlandschaft verringert werden– ein drängendes Thema unserer Zeit mit großen Auswirkungen für die Zukunft. Der Freistaat Bayern hat aus diesem Grund im Jahr 2008 die „Bayerische Biodiversitätsstrategie“ beschlossen, die er 2014 mit seinem „Biodiversitätsprogramm Bayern 2030“ bekräftigte. Wichtige Akteure zur Umsetzung der dort formulierten Ziele sind Bayerns Kommunen.

von Nicole Friedrich | lbv.de,

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