Position zur Gleichstromtrasse durch Bayern

LBV zweifelt an Notwendigkeit für den Bau der Süd-Ost-Passage

Strommast aus der Froschperspektive | © Astrid Lanik © Astrid Lanik
Strommast

Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie wird vom LBV unterstützt. Für den Ausbau der regenerativen Energien fordert der LBV, dass die Themen Nachhaltigkeit und Erhalt der Biodiversität eine herausragende Rolle spielen. Alle klimapolitischen Maßnahmen müssen über eine Verbesserung der CO2-Bilanz dem Klimaschutz dienen und dürfen nicht zu Lasten der Biodiversität gehen.

Die Energiewende erfordert neben technischen Lösungen zur Effizienzsteigerung, dass wir zu einer neuen Wertschätzung der Ressource Strom kommen - insbesondere beim Umgang mit energieintensiven Waren, Dienstleistungen und Tätigkeiten. Die Notwendigkeit der geplanten Gleichstromtrassen zur Versorgungssicherheit muss eindeutig und objektiv festgestellt sein.

Sie sind nur dann akzeptabel, wenn sie zu mindestens 80 % zum Transport regenerativ erzeugten Stroms notwendig sind und genutzt werden.

Besteht eine Notwendigkeit für den Bau der Süd-Ost-Gleichstrompassage?

Vor einem Leitungsneubau sind alle Möglichkeiten zu prüfen, wie sich der Leitungsbedarf grundsätzlich minimieren lässt. Hierbei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Alle Möglichkeiten der Energieeinsparung und der Energieeffizienzsteigerung sind vorrangig und konsequent zu nutzen. 
  • Erzeugung und Verbrauch flexibler gestalten(smart grid). Der Strombedarf muss wo immer möglich an das fluktuierende Stromangebot von Wind-und Sonnenenergie an-gepasst werden.
  • Einspeisebeschränkung der Windenergie auf 80 Prozent der Spitzenleistung. Verlust von lediglich 1 bis 2 % der Windenergieproduktion.
  • Regional gleichmäßig verteilte Einspeisung im Binnenland, z.B. durch einen dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energien und die flexible Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung.
  • NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor -Verstärkung vor -Ausbau).
  • Technische Optionen (z. Bsp. Hochtemperaturseile zur erhöhten Auslastung von Übertragungsleitungen) nutzen.
  • Prüfen, ob Leitungen, die nicht zum Übertragungsnetz zählen, integriert werden können.
  • Gezielte Förderung des Forschungsbereiches Speichertechnologie (z.B. Umwandlung von nicht benötigten EE-Strom in Wasserstoff bzw. Methan). Möglicherweise machen neue Speichertechnologien den Bau bereits in wenigen Jahren überflüssig.

Fachleute stellen in Frage, ob ein Bau dieser Trasse überhaupt erforderlich ist. Strom sollte vorrangig dort erzeugt werden, wo er gebraucht wird. Durch den Leitungsbau werden die Interessen der großen Stromversorger gestärkt. Ein dezentraler Ausbau regenerativer Energien trägt zur Wertschöpfung in der Region bei und bietet Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung beim Ausbau regenerativer Energien.

Eine Reihe namhafter Wissenschaftler (z.B. Prof. von Hirschhausen, Prof. Jarras) bestreiten grundsätzlich die Notwendigkeit dieses Leitungsbaues.

Unsere Position zum Ausbau der Stromnetze in Bayern

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Dr. Andreas von Lindeiner

0 91 74 / 47 75 - 74 30

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