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Allgäuer Hochalpen

Gebietsbeschreibung und Schutzstatus

Allgaeuer Hochalpen | © Henning Werth © Henning Werth
Die Waldgrenze in den Hochalpen liegt bei 1.800 Metern

Die Allgäuer Hochalpen, die eine Fläche von etwa 25.000 ha ausmachen, liegen im Landkreis Oberallgäu – an der Grenze zu Vorarlberg im Südwesten bzw. Tirol im Osten.

Dieser Naturraum ist neben den Berchtesgadener Alpen der größte seiner Art in den bayerischen Kalkalpen. Charakteristisch für die Allgäuer Hochalpen sind die artenreichen Grasberge und die zahlreichen Kare unterhalb der Gipfelbereiche. In den Karböden kommen Seen, wie der Engeratsgund- oder Eissee vor. Die Waldgrenze liegt je nach Standortfaktoren bei etwa 1.800 Metern. Das Gebiet ist geprägt durch hochmontane bis subalpine Wald- und Gebüschkomplexe, sowie Schlucht-, Block-, und Bergmischwälder und alpine Zwergstrauchheiden. Lebende Hochmoore und zahlreiche Gebirgsbäche mit Canyons wie der Eisenbreche sind ebenfalls von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung.

Das Kerngebiet des Vogelschutzgebietes ist das Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“ (20.798 ha), weiterer Bestandteil ist ein Teilbereich des Landschaftsschutzgebietes „Allgäuer Hochalpenkette“ und des Naturschutzgebietes „Hoher Ifen“.

 

Arten und Erhaltungsziele

Das Gebiet der Allgäuer Hochalpen ist im Vergleich zu anderen bayerischen alpinen Gebieten das wohl Vogelreichste. Es enthält bedeutende Populationen fast aller in der Verbreitung auf die Alpen beschränkten Anhang I-Vogelarten sowie weiterer hochalpiner Arten. So brüten in dem Gebiet unter anderem Zitronenzeisig, Steinadler, Birkhuhn, Alpenschneehuhn und Dreizehenspecht. Hier ist auch das einzige größere (und vitale) Vorkommen des Steinschmätzers im Bayerischen Alpenraum beheimatet. Seit dem Jahr 2000 kommt der Steinrötel regelmäßig, sowie unregelmäßig das Steinhuhn vor. Beobachtungen von Geiern (Bartgeier, Gänsegeier und sogar Mönchsgeier) haben in den letzten Jahren zugenommen.

Wichtigstes Ziel sollte vordringlich eine naturverträgliche Steuerung von Freizeit- und Tourismusaktivitäten, sowie eine gezielte Besucherinformation sein – wie sie z.B. im Rahmen der LBV-Gebietsbetreuung Allgäuer Hochalpen seit 2003 umgesetzt wird.

Dabei ist der Verzicht auf weitere Erschließungsmaßnahmen durch den Bau von Forst- und Alpwegen und sonstigen Infrastruktur bedeutsam. Flächige, strukturreiche Bergmisch- und subalpine Fichtenwälder müssen in ihrer Ausdehnung erhalten und möglichst ein höherer Alt- und Totholzanteil angestrebt werden. Unter Berücksichtigung der Ansprüche alpiner Vogelarten sollte eine extensive Alpwirtschaft besonders gefördert werden.

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