Rettet das Riedberger Horn!

Alpenplan und Birkhuhn in Gefahr

Westseite des Riedberger Horns im Winter | © Henning Werth © Henning Werth
Westseite des Riedberger Horns

Das Skigebiet Riedberger Horn im Balderschwanger Tal soll mit dem Skigebiet Grasgehren am Riedbergpass verbunden werden. Hierzu ist der Bau einer Verbindungsbahn und -piste an der Westflanke des Riedberger Horns vorgesehen. Ein Problem: das betroffene Gebiet liegt in der streng geschützten Alpenplan-Zone C - was alle bisherigen Verfahren, wie Änderung des Teilflächennutzungsplan oder Zielabweichungsverfahren, scheitern ließ.

Nun soll der Alpenplan geändert werden, sodass eine Herabstufung des betroffenen Gebietes von Schutzzone C zu B stattfinden kann. In einem weiteren Verfahren sollen die bestehenden Schlepplifte "3 und 4" in Grasgehren durch eine 8er-Sesselbahn ("Hörnlebahn") auf einer neuen Trasse ersetzt werden. Der Neubau eines großen Schneiteichs mit Beschneiungsanlage ist, wenn auch noch nicht in den Planungen enthalten, ebenfalls zu erwarten.

Pläne kommen einer Abschaffung des Alpenplans gleich

Übersichtskarte zum geplanten Skilift am Riedberger Horn | © LBV © LBV
Übersichtskarte der Planungen Verbindungsbahn, -piste und Hörnlebahn am Riedberger Horn

Der Alpenplan ist das wirksamste Instrument, um eine Übererschließung des Bayerischen Alpenraums zu verhindern. Ein Blick über die Grenzen hinweg nach Österreich zeigt, was passiert, wenn es ein solches Steuerungsinstrument nicht gibt. Bei einer Abschaffung des Alpenplanes drohen Neuerschließungen in bisher unberührten Bereichen des Alpenraumes in erheblichem Umfang. Viele Liftbetreiber warten seit Jahren nur auf die Abschaffung des Alpenplanes und haben entsprechende Ausbaupläne bereits in der Schublade. Bekannte und beliebte Gipfel wie die Zugspitze und das Sonntagshorn im Chiemgau sind davon betroffen.

Begründen will die Bayerische Staatsregierung ihr Vorgehen durch die Ergebnisse einer Bürgerbefragung in den betroffenen Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein, der zufolge die Mehrheit der Anwohner für das Projekt gestimmt hat. Dass laut einer repräsentativen Umfrage des LBV 80 % der bayerischen Bürger gegen den Bau der Skischaukel und über 90 % für den Erhalt des Alpenplanes (einer gesamtbayerischen Angelegenheit) sind, wird dabei nicht berücksichtigt. Das Vorhaben wird weiterhin politisch befördert, obwohl zahlreiche Argumente von Seiten der Landschaftsplanung, des nachhaltigen Tourismus und des Naturschutzes, sowie internationales Recht und nationales Planungsrecht dagegensprechen.

Am 09. November 2017 beschloss das bayerische Parlament die Änderung der Alpenplan Schutzzone C am Riedberger Horn. Der LBV wird mit allen rechtlichen Schritten gegen diese Entscheidung vorgehen, da eine Änderung gegen das internationale Recht der Alpenkonvention verstößt. Sollte die Gesetzesänderung dennoch in Kraft treten, liegt die Entscheidung über die Genehmigung einer Skischaukel beim Landratsamt Oberallgäu. Der LBV wird weiter für den Erhalt der Natur am Riedberger Horn und gegen die Investition von Steuergeldern in Lifte und Schneekanonen kämpfen.

Eindrücke des Riedberger Horns

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