Unsere Argumente gegen die Planung:

Dammbruch verhindern!

Plan des Skilifts am Riedberger Horn | © LBV © LBV
Verbindungsbahn und -piste verlaufen durch die Schutzzone C des Alpenplans

Mit der Genehmigung der Erschließung der („Tabu-“) Zone C des Alpenplans würde für die gesamten bayerischen Alpen erstmals seit 1972 ein Präzendenzfall geschaffen werden.

Ähnliche verheerende Planungen wären in anderen bayerischen Skigebieten zu erwarten. Schon jetzt fragen Touristiker aus Österreich in Bayern um Rat, wie man Naturschutzgebiete aushebeln kann.

Birkhuhnbestände erhalten!

Birkhuhn im Schnee | © Henning Werth © Henning Werth
Vom Aussterben bedroht: das Birkhuhn

Am Riedberger Horn kommen bis zu 5% der nationalen Birkhuhnpopulation vor! In keinem anderen Allgäuer Birkhuhngebiet kommen Lebensraumstrukturen in ähnlich guter Ausstattung, Größe und Anbindung vor. Birkhühner koexistieren derzeit neben nicht Anlagen gebundener Nutzungsformen: Es gibt für die Tiere noch räumlich-zeitliche Ruhezonen, in denen sie ihre überlebenswichtigen Aktivitäten ausüben können.

Durch die Seilbahnvorhaben würde die Zahl von Variantenskifahrern (Skifahren abseits der Piste) stark zunehmen und sich auch u.a. durch die Pistenpräparierung das bisherige Nutzungsmuster verändern und Ruhezonen zerstört werden. Der erstmalige Sommerbetrieb einer Bergbahn am Riedberger Horn verstärkt diese Entwicklung.

Publikation zum Birkhuhn am Riedberger Horn (H. Werth & Brigitte Kraft, 2015)

Murenabgänge vermeiden

Westflanke des Riedberger Horns im Sommer mit vielen Bäumen | © LBV © LBV
Rutschgefährdete (Flysch-)Hänge an der Westseite des Riedberger Horns.

Im Bereich der geplanten Verbindungspiste kommen labile, rutschgefährdete Bodenschichten vor. Im GeoFachdatenAtlas (Bodeninformationssystem Bayern, bis.bayern.de) ist erkennbar, dass mindestens zwei „Georisk-Objekte“ betroffen sind. Die Planungen lassen durch bauliche Eingriffe eine Zunahme der Rutschereignisse entlang der Verbindungspiste befürchten. Das Ausmaß der Geländeeingriffe ist in den Planungsunterlagen unzureichend dargestellt.

Bergwald schützen

Bergwald | © LBV © LBV
Bergwald - als Schutzwald unverzichtbar gegen Lawinen und Muren

Mehrere Hektar Bergwald mit wichtiger Schutzwaldfunktion müssten der Verbindungsbahn und -piste zum Opfer fallen. Einige Waldbestände könnten sogar 300-jährige Fichten enthalten. Bergwaldrodung für Pistenneubau ist gemäß Bayerischen Bergwaldbeschluss unzulässig.

Amtliches Wildschutzgebiet wird durchschnitten

Rothirsch auf einer Wiese | © Marcus Bosch © Marcus Bosch
Rothirsch

Ein amtliches Wildschutzgebiet wird durch die Verbindungspiste durchschnitten. Die geplante Piste kreuzt die Futteranlagen. Das Rotwildgatter kann in der bestehenden Form somit nicht mehr betrieben und muss ggf. verlegt werden. In den Planungsunterlagen sind keine Aussagen hierzu enthalten.

Fehlende Gesamtplanung, fehlender "Blick nach vorne", EU-Recht

  • Anstelle einer Gesamtplanung wurden die Vorhaben in Teilplanungen (Teilflächennutzungsplan, Hörnlebahn) aufgeteilt und einzeln beantragt. Weitere zu erwartende Eingriffe wurden bislang gar nicht thematisiert (Schneiteich/e, Beschneiungsanlage, Verlegung Rotwildgatter). Mögliche Summationswirkungen des Gesamtvorhabens können somit nur unzureichend beurteilt werden.
  • Es ist ein schwerwiegender Fehler, dass u.a. keine FFH-Verträglichkeitsprüfung zu Auswirkungen auf die lokale Birkhuhnpopulation im angrenzenden FFH-Gebiet Hörnergruppe durchgeführt wurde.

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Kathrin Hawelka

09174 - 4775- 70 30

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