Quellen schützen für sauberes Wasser

Schutz der Gewässer von Anfang an

Quelle im Wald | © Ralf Hotzy © Ralf Hotzy

Der LBV engagiert sich seit Anfang der 1990 er Jahre im praktischen Quellschutz. So konnten neben zahlreichen lokalen Aktivitäten fünf überregionale bzw. bayernweite Projekte angestoßen werden. Dabei hat sich der Verband im Laufe der Jahre zu einem kompetenten Ansprechpartner in allen Fragen des Schutzes von Quelllebensräumen entwickelt. Es wurden Instrumente geschaffen , mit denen Quellen in Bayern koordiniert erfasst und bewertet werden können. Natürliche und naturnahe Quellen können so besser geschützt werden, während bereits geschädigte Quellen anhand eines Maßnahmenkatalogs nach Möglichkeit renaturiert werden.

Quellenzerstörung bedroht spezialisierte Arten

Zu Ostern finden unsere Quellen stets besondere Beachtung, nicht zuletzt durch die Bräuche des Quellen- und Osterbrunnen-Schmückens oder des Osterwasser-Holens. Trotzdem sind die Zerstörung und Verunreinigung von Quellen heute ungeachtet aller Gesetze immer noch die traurige Wahrheit. Dabei sind Quellen hochsensible Lebensräume für spezialisierte und bedrohte Arten. Der LBV setzt sich seit 20 Jahren für den Schutz der Quellen in Bayern ein, da diese unersetzbar und nach einer Zerstörung nicht wiederherstellbar sind. Beim bayerischen Quellschutz sieht der LBV einen dringenden Handlungsbedarf

Einzigartige Tierwelt

Quellen sind gesetzlich geschützt. Trotzdem sind viele dieser hochsensiblen Lebensräume in den letzten Jahrzehnten stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Obwohl der LBV in den letzten 20 Jahren viel für den Quellschutz in Bayern erreicht hat, besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. „Insbesondere im Offenland sind viele ehemalige Quellstandorte aufgrund von landwirtschaftlicher Intensivnutzung, Drainagen und Bebauung heute nicht mehr auffindbar“, sagt Eva Schubert, Quellschutzbeauftragte beim LBV.

Quellen sind hochsensible Lebensräume, in denen eine ganz eigene Tierwelt vorkommt. Diese ist kälteliebend und auf die Nährstoffarmut des Wassers spezialisiert. „Quell-Organsimen können nicht auf andere Biotope ausweichen, sie würden unweigerlich von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt werden“, so Schubert

Quellschutz ist Klimaschutz

Quellen sind aufgrund ihrer konstanten Wassertemperatur und ihrer Nährstoffarmut ein sehr guter Indikator für Veränderungen ihres Einzugsgebietes. Mit dem Klimawandel und der zunehmenden Erwärmung der Erde steigt die Bedeutung dieses Lebensraums als Rückzugsgebiet für kälteliebende Arten. „Speziell in großflächigen Offenlandquellen bilden sich häufig Torfe, die wiederum die Treibhausgase CO2 und Methan speichern. Der Schutz dieser Biotope vor Entwässerung leistet somit auch einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz“, erklärt die LBV-Quellenschutzbeauftragte.

Projekt Quellschutz in Bayern

Das Projekt „Quellschutz in Bayern“ wird seit 2009 durchgeführt. Ziel des vom Landesamt für Umwelt (LfU) finanzierten Projektes ist es, den Quellschutzgedanken in die bayerischen Gemeinden und an Privateigentümer weiterzutragen. Dies geschieht nicht nur im Rahmen von Informationsveranstaltungen, auch bei der Planung und Umsetzung von Quellschutzmaßnahmen steht der LBV allen Beteiligten beratend zur Seite. Ein weiterer Schwerpunkt sind fachliche Themen, z.B. der Schutz von Quellmooren in Südbayern oder die Verbesserung der Lebensbedingungen seltener Quellschnecken, Quelljungfern oder der Larven des Feuersalamanders.

Aktionsprogramm Quellen

Wissenschaftliche Grundlage des bayerischen Quellschutzes

Mit den Partnern Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) und später dem Landesamt für Umwelt (LfU) wurde 2001 ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem die Grundlagen für den praktischen Quellschutz in Bayern erarbeiten wurden. Mit diesem Programm wurde das Augenmerk verstärkt auf den schutzwürdigen Lebensraum Quelle gelenkt. Es wurden Instrumente geschaffen , mit denen Quellen in Bayern koordiniert erfasst und bewertet werden können. Natürliche und naturnahe Quellen können so besser geschützt werden, während bereits geschädigte Quellen anhand eines Maßnahmenkatalogs nach Möglichkeit renaturiert werden.

 

Verschiedene weitere Grundlagen und Arbeitshilfen wurden notwendig, um eine effektive Quellerfassung und aktiven Quellschutz zu erreichen. Dazu zählen eine Literaturdatenbank, die Erfassung von Quellaktivitäten, ein Konzept für ein Quellkataster, eine Kartieranleitung, ein Bewertungsverfahren und Faltblätter.

 

Mit dem Projektabschluss 2008 liegt eine dreibändige Handlungsanleitung für den Quellschutz vor. Des weiteren wurden in dem Projekt mehrere Beispiel gebende Maßnahmen umgesetzt.

Ihre Fragen beantwortet Ihnen:

Eva Schubert

0 91 74 / 47 75 - 73 65

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