LBV-Maßnahmen für die Grüne Keiljungfer

Keiljungfer mag keine einheitlichen und dichten Pflanzenbestände am Ufer.

Baumaßnahme für die grüne Keiljungfer bei Petersgmünd | © Bernd Raab © Bernd Raab
Baumaßnahmen für die Grüne Keiljungfer

Natürliche Flussabschnitte für mehr Artenvielfalt

Die Maßnahmen bewirken, dass der Fluss wieder "natürlich" wird. Das bedeutet, dass der Fluss seine Eigendynamik zurück erhält. Durch das fließende Wasser wird der Lebensraum am Fluss ständig neu modelliert. Hochwässer verstärken diesen Effekt. Es enstehen dadurch immer wieder Flächen, die noch nicht mit Vegetation bedeckt sind: Sandbänke, freie Uferstreifen, Uferabbrüche und abgelagertes Treibholz. Genau solche Bereiche nutzt die Keiljungfer als Lebensraum.

Aufweitung

Auf einiger Länge wird das Flussbett bis zum Mehrfachen seiner ursprünglichen Breite aufgeweitet. So entstehen breite, flache Stellen mit wenig Strömung. Hier lagert sich viel Sand ab und es entstehen flache, besonnte Sandbänke. Diese Bereiche werden bei jedem Hochwasser vom Fluss neu gestaltet.

Uferrücknahme

Das Ufer des Flusses wird abgegraben. So entstehen Steilböschungen, an denen sich durch Erosion über eine längere Zeit Sand ablagert und Sandfahnen sowie Sandfänge bilden. Sie liegen je nach Wasserstand frei oder sind flach überströmt.

Ausleitungen

Durch das Anlegen einer Ausleitung entsteht ein strömungsarmer Nebenarm des Flusses. In den flachen Fließstrecken kann sich die Keiljungfer ungestört von ihren Fressfeinden entwickeln. Ausleitung helfen außerdem Hochwässer aufzunehmen und abzuschwächen.

Kieseinbringung

Bei der Kieseinbringung werden mit einem Bagger 60 bis 70 Tonnen Kies im Gewässerbett verteilt. Der dafür verwendete Feinkies stammt aus der direkten Umgebung, ist also autochtones Material. Durch den Fluss wird dieses Material umgelagert und es entsteht eine größere Strömungsvielfalt mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten. Hier kommt es zu den Lichtbrechungen, die das Weibchen zur Paarung und Eiablage anlocken. Auf den entstehenden Kiesbänken findet die Grüne Keiljungfer außerdem sonnige Ruheplätze.

Auflichtung der Ufervegetation

Die Keiljungfer mag keine einheitlichen und dichten Pflanzenbestände am Ufer. An besonnten Uferbereichen werden deshalb ca. 100 m lange Lücken oder "Fenster" angelegt. Dichte Waldbestände in Ufernähe werden deshalb geschlagen und in lichte Auwälder umgewandelt. Durchgängige und monotone Schilf-, Rohrglanzgras- oder Hochstaudenbewuchs wird abschnittsweise verringert.

Newsletter