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Was sind Streuobstwiesen?

Bewirtschaftungsform und Gefährdung

Streuobstwiesen zeichnen sich vor allem durch ihre umweltverträgliche Bewirtschaftungsmethode ohne Anwendung synthetischer Behandlungsmittel wie Pestizide und Dünger aus. Daneben gibt es aber auch noch andere Streuobstbestände. Wir erklären Ihnen, was eine Streuobstwiese auszeichnet und warum sie heute stark gefährdet ist. 

Streuobstwiese | © Franziska Wenger © Franziska Wenger

Kennzeichen von Streuobstwiesen

Auf Streuobstwiesen wächst das Obst auf hochstämmigen Bäumen mit mindestens 160 Zentimetern Stammhöhe, bei Neupflanzungen im Idealfall mit mindestens 180 Zentimetern Stammhöhe. Die Bäume stehen - anders als bei niedrigstämmigen Plantagenobstanlagen - verstreut auf der Wiese. Nach Schätzungen existieren bundesweit rund 300.000 Hektar Streuobstbestände, davon sind über 95 Prozent Streuobstwiesen.

Andere Streuobstbestände

Streuobstwiese | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Stehendes Totholz ist ein wertvolles Element auf Streuobstwiesen. Gleichzeitig muss jedoch nachgepflanzt werden, um die Streuobstwiese langfristig zu erhalten.

Neben den Streuobstwiesen gibt es nämlich auch andere Streuobstbestände, sogenannte Streuobstäcker. Diese werden auf ackerbaulichen oder gärtnerisch genutzten Flächen angepflanzt. Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese noch weit verbreitet, heute kommen sie nur noch im südlichen Brandenburg, Franken, Sachsen-Anhalt und Südbaden vor.

Auch Obstalleen mit hochstämmigen Obstbäumen an Feld- und Fahrwegen oder einzelne Obstbäume in Hausgärten oder in der freien Landschaft gehören zum Streuobstbestand.

Rückgang der Streuobstwiesen

Streuobstwiese | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Die Obstbaumblüte im Frühjahr ist ein Highlight, das viele Menschen in die Natur lockt.

In den 1950er bis 1970er Jahren waren die Streuobstbestände besonders durch Rodungen gefährdet. Diese Rodungen, die teilweise auch öffentlich gefördert wurden, hatten das Ziel die bestehenden Bestände in niederstämmige Monokulturen umzuwandeln.

Die größten Gefahren, die momentan zum Rückgang von Streuobstwiesen führen, sind Flächenfraß und Aufgabe der Nutzung aufgrund mangelnder Rentabilität. Häufig werden Streuobstwiesen als Baugrund ausgewiesen, Gartengrundstücke werden umgestaltet und mit englischem Rasen, Zäunen, Hütten und Nadelbäumen versetzt oder Streuobstbäume sterben mangels Pflege und aufgrund ihres hohen Alters ab und werden nicht durch junge Bäume ersetzt.

Vorteile der Streuobstbestände für den Menschen

Schafe | © Thomas Staab © Thomas Staab
Beweidung einer Streuobstwiese durch Schafe.

Seit Anfang der 1980er Jahre bemühen sich Naturschützer, Landwirte, öffentliche Hand und Keltereien vermehrt um Schutz und Förderung der Streuobstbestände in Deutschland. Denn neben der Bedeutung der Streuobstwiese als Ökosystem mit einer hohen Artenvielfalt, hat sie auch als Kulturgut für den Menschen viele Vorteile.

Landwirte können sortenreiches und ungespritztes Tafelobst produzieren oder das Obst zu Fruchtsaft, Most und Dörrobst verarbeiten. Die Wiese unter den Obstbäumen kann beweidet oder zweimal im Jahr gemäht und als Heu genutzt werden. 

Außerdem bieten Streuobstwiesen ein attraktives Landschaftsbild, welches nicht nur der Naherholung dient, sondern auch den naturnahen Tourismus unterstützen kann.

Der Streuobstpakt – Eine neue Chance für Bayerns Streuobstwiesen

Trotz zahlreicher Schutzbemühungen geht die Zahl der Streuobstbestände stetig zurück. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) rechnet für Bayern mit einem Verlust seit 1965 um über 70 %. Durch Überalterung und fehlende Pflege drohen gravierende weitere Verluste in den nächsten Jahren. Um dem entgegenzuwirken, wurde am 18. Oktober 2021 von der Bayerischen Staatsregierung und mehreren Verbänden aus Naturschutz, Landwirtschaft und Wirtschaft der Bayerische Streuobstpakt unterzeichnet.

Dieser soll den Erhalt, die Pflege und die Anlage der Streuobstbestände in Bayern sichern. Streuobstwiesen zu erhalten, zu pflegen und neu anzulegen ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz, wofür auch wir uns aktiv einsetzen.

 

 

Weitere Infos zu Streuobstwiesen finden Sie auf www.streuobst.de

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