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Artenvielfalt auf der Streuobstwiese

Wertvolles Ökosystem für Tiere und Pflanzen

Streuobstwiesen sind ein altes Kulturgut. Bis vor wenigen Jahrzehnten fand man sie noch an fast allen Dorfrändern. Die Dorfbewohner versorgten sich aus diesen Beständen mit Frischobst und konnten zugleich den Grasertrag der Wiesen nutzen. Mit dem Aufschwung der industriellen Obsterzeugung haben Streuobstwiesen jedoch an Bedeutung verloren. Dabei zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, die viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten beherbergen.

Gartenrotschwanz sitzt in einer Baumhöhle und hat Insekten im Schnabel | © Markus Gläßel © Markus Gläßel

Warum ist gerade auf Streuobstwiesen die Artenvielfalt so groß?

Der Grund dafür ist das Mosaik an verschiedenen Lebensräumen, das Streuobstwiesen bieten.

Totholz und Baumhöhlen sowie die Früchte und Blüten der Obstbäume und der artenreichen Wiesen bieten vielen Arten eine Lebensgrundlage. Durch die Kombination von Bäumen und Wiesen und die dadurch entstehenden kleinräumig wechselnden Licht- und Schattenverhältnisse entsteht eine große Strukturvielfalt, die die Streuobstwiese als besonderen und einzigartigen Lebensraum auszeichnet.

„Hotspots der Biodiversität in West- und Mitteleuropa“.

Siebenschläfer | © Frank Derer © Frank Derer
Siebenschläfer lieben herabfallendes Obst

Streuobstwiesen besitzen mit ihren allein bayernweit ca. 2.000 verschiedenen und zum Teil sehr alten Obstsorten eine hohe genetische Vielfalt. Mit mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten sind sieHotspots der Biodiversität in West- und Mitteleuropa“.

Neben Bienen und Schmetterlingen finden sich in den blütenreichen Wiesen der Streuobstwiesen zahlreiche andere Insekten. Die Borke der Obstbäume beheimatet Käfer und Spinnen. Amphibien und Reptilien, wie Blindschleiche, Kreuzotter, Grasfrosch, Zauneidechse oder Erdkröte leben im Schatten der hohen Wiesen.

Aber auch Säugetiere finden dort ausreichend Nahrung. Das herabgefallene Obst wird von Siebenschläfer gefressen. Igel profitieren bei der Nahrungssuche von der Insektenvielfalt. Den Platz in den Baumkronen teilen sich die Siebenschläfer mit Eichhörnchen und Fledermäusen. Füchse und Marder fangen Mäuse, die sich unter der Erde ihre Gänge bauen, aber auch Maulwürfe und Siebenschläfer stehen auf ihrer Speisekarte. Rehe dagegen nutzen das hohe Gras der Streuobstwiesen, um ihre Kitze zu verstecken, während sie selbst auf Nahrungssuche sind.

Vögel in der Streuobstwiese

Wendehals | © Rosl Rößner © Rosl Rößner
Ein typischer Bewohner von Streuobstwiesen ist der gefährdete Wendehals.

Auch viele seltene Vogelarten sind auf die Streuobstwiesen angewiesen, denn sie bieten einen ausgezeichneten Rückzugsort und auch geeignete Nistplätze. Durch zahlreiche Insekten, die sich auf den Streuobstwiesen tummeln und das herabfallende Obst bietet sie sich außerdem als ideale Nahrungsquelle an.

Auch Greifvögel kommen hier durch die vielen Mäuse auf ihre Kosten. Auf Streuobstwiesen finden gefährdete Vogelarten ein Zuhause. Der Gartenrotschwanz hat hier ein optimales Jagdrevier und auch der seltene Steinkauz hat in den alten Bäumen eine Heimat. Grün- und Grauspecht hämmern in ausgewählte Bäume ihre Bruthöhlen.

Mit etwas Glück findet man auf den Streuobstwiesen auch einen Wiedehopf, eine Waldohreule oder Neuntöter

Botanische Vielfalt auf Streuobstwiesen

Streuobstwiese | © Franziska Wenger © Franziska Wenger
Extensive Grünlandbewirtschaftung fördert die Artenvielfalt im Unterwuchs der Obstbäume.

Nicht zu vernachlässigen ist die botanische Vielfalt, die man auf Streuobstwiesen findet, wenn die Wiese unter den Bäumen extensiv bewirtschaftet wird.

Insbesondere in Süddeutschland sind dies auf trockenen Standorten Salbei-Glatthaferwiesen mit typischen Arten wie

  • Wiesensalbei,
  • Glatthafer,
  • Aufrechter Trespe,
  • Margerite,
  • Wundklee,
  • Klappertopf und
  • Knolligem Hahnenfuß.

 

 

Weitere Infos zu Streuobstwiesen finden Sie auf www.streuobst.de

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