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Bedrohte Feldvögel

Als Vogel des Jahres 2019 steht die Feldlerche stellvertretend für andere Feldvögel, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zur Hauptursache für das Artensterben auch in Bayern geworden. Wir stellen Ihnen hier einige Leidensgenossen vor.

Feldlerche singt | © Manfred Delpho © Manfred Delpho
Vor allem die intensivierte Landwirtschaft führte seit den 70er Jahren trotz weiter Verbreitung zu einem dramatischen Bestandsrückgang der Feldlerche von zum Teil 50 bis 90 Prozent.

Bestandsrückgang fast aller Brutvogelarten der Agrarlandschaft

Vor allem in der (halb-) offenen Agrarlandschaft ist der anhaltende und dramatische Bestandsrückgang fast aller Brutvogelarten nicht gestoppt. Wiesenvogelarten, wie BekassineUferschnepfe oder Brachvogel, die früher ganze Landstriche charakterisierten, sind heute ausnahmslos ‚Vom Aussterben bedroht.

Mit Wiesenpieper oder Kiebitz mussten ehemals häufige bis sehr häufige Arten unverändert in die Kategorie „Stark gefährdet“ der roten Liste eingeordnet werden. Mit der Sperbergrasmücke, dem Feldschwirl oder dem Rotschenkel sind weitere Arten dieser Lebensräume in dieser Roten Liste hochgestuft worden.

Viele Arten erleiden in der Agrarlandschaft, die annähernd die Hälfte der Fläche Deutschlands ausmacht, massive Bestandsrückgänge, die sich noch gar nicht in der Liste abbilden. So sind die Bestände vieler ehemals noch sehr häufiger Vogelarten, wie von Star oder Feldlerche, massiv zurückgegangen.

Ortolan

Der Ortolan hat in den einzelnen Regionen seines großen Verbreitungsgebiets unterschiedliche Gesangsdialekte entwickelt – darunter auch einen typisch fränkischen. So erklingt sein „Srü-srü-srü-srü-tjuuüj“ nirgendwo anders als im mittel- und westeuropäischen Verbreitungsgebiet.

Leider ist er nur noch sehr selten zu hören, denn der Verwandte der Goldammer ist eine unserer am stärksten gefährdeten Vogelarten. Auch der Fakt, dass er in Frankreich als Delikatesse verspeist wird, hat einen negativen Einfluss auf den Bestand.

Rebhuhn

Rebhühner gehören zu den Hühnervögeln und besitzen einen sogenannten Muskelmagen. Darin wird die Nahrung, wie zum Beispiel Getreidekörner, durch zuvor gezielt verschluckte Steinchen „zermahlen“.

Im Laufe ihres Lebens stellen Rebhühner ihre Nahrung nahezu komplett um. Während Küken vor allem tierisches Futter zu sich nehmen, bevorzugen Altvögel pflanzliche Nahrung.

Im Winter, wenn die Witterungsbedingungen unwirtlich werden, graben sich Rebhühner Höhlen im Schnee. Dort verbringen sie oft mehrere Stunden des Tages.

Goldammer

Volkstümlich als Hämmerling, Emmerling, Ammeritz, Gelbling oder Gilberitz bekannt, besitzt die Goldammer neben ihrer Namensvielfalt auch ein sehr breites Gesangsspektrum.

Aufgrund der intensivierten Landnutzung und den damit verbundenen Beeinträchtigungen im Nahrungsangebot ist die Goldammer, die seit jeher ein typischer Vogel der Agrarlandschaft ist, vor allem während der Wintermonate immer häufiger an den Futterstellen in unseren Gärten anzutreffen.

Die Zählungen zur Stunde der Wintervögel werden zeigen, ob auch in diesem Jahr mehr Goldammern in unseren Gärten zu Gast sein werden.

Wiesenweihe

Anders als es der Name vermuten ließe, brütet die Wiesenweihe heute nur noch selten in ihrem ursprünglichen Lebensraum.

Zwar konnte sie dank intensiver Schutzmaßnahmen aktuell von der Roten Liste genommen werden, der Schutzaufwand bleibt jedoch hoch. Ohne diesen würde sie schnell wieder zu einer bedrohten Art werden. Inzwischen findet sich in Bayern die größte Population Deutschlands.

Nach ihrer Rückkehr aus den afrikanischen Überwinterungsgebieten gehören Loopings, Sturzflüge und schraubenartige Drehungen zum festen Bestandteil des Balzverhaltens.

Kiebitz

Der Kiebitz, auch Muttergottestaube oder wegen seines Rufes Kiwitt genannt, gehört zu den Watvögeln.

Wasserstellen sind für ihn überlebenswichtig, da er dort das Insektenangebot nutzt und ohne regelmäßiges Trinken seine Nahrung nicht verdauen kann.

Ein gutes Erkennungsmerkmal ist seine Federhaube. Anhand der Länge des „Kopfschmuckes“ lassen sich männliche und weibliche Vögel unterscheiden – Männchen haben eine lange Haube, Weibchen eine kürzere.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Kiebitze sowohl tagsüber als auch nachts aktiv sind; so sind sie auch in der Dunkelheit zu hören.

Über unsere Wiesenbrüter und Feldvögel:

Wiesenbrüter & Feldvögel

© Frank Derer

Wiesenbrüter zählen zu den am stärksten gefährdeten heimischen Vogelarten. 80 Prozent der Feldvögel sind verschwunden! Den Vogelarten der Agrarlandschaften geht es so schlecht wie nie zuvor, einige sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Dabei wissen wir, was wir tun müssen, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Konkret heißt das, Düngemittel und Pestizide zu reduzieren und Strukturen wie Hecken, Blühflächen, Wegränder und Feldraine in die Agrarlandschaft zurückzuholen.

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Feldvögel und Wiesenbrüter richtig bestimmen

© Hans Clausen

Steckbriefe der wichtigsten Vogelarten in Bayerns Agrarlandschaften: Die Brutvögel auf Feldern und Wiesen richtig bestimmen. Im LBV-Wiki finden Sie alle Informationen, die Sie dafür benötigen. Wir haben Ihnen die Steckbriefe der wichtigsten Feldvögel und Wiesenbrüter zusammengestellt. Viel Spaß beim Erforschen der heimischen Vogelwelt!

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Verhalten bei Bodenbrütern

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Die Freizeitnutzung von Wiesenbrütergebieten und vor allem freilaufende Hunde erschweren vielen Vögeln oft die Jungenaufzucht und führen zu vielen Verlusten. LBV-Tipps, wie Sie sich richtig verhalten.

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Warum hat es die Feldlerche in unserer Agrarlandschaft so schwer?

© Frank Derer

Die Feldlerche ist ein typischer Vogel der Kulturlandschaft. Ihre Ansprüche an Vegetation und Landschaftsstruktur ließen sich auch in der modernen Landwirtschaft oftmals erfüllen, wenn man einige Punkte bei der Bewirtschaftung beachten oder ändern würde.

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Volksbegehren Artenvielfalt: Verbesserter Schutz für Wiesenbrüter?

© Frank Derer

Für den Erhalt unserer Wiesenbrüter und ihrer Lebensräume sind die Vorgaben und Ergänzungen des Volksbegehrens Artenvielfalt wichtige Stützen. Doch auch darüber hinaus muss noch mehr für diese hochbedrohten Arten getan werden.

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