Gillenmoos

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Ostallgäu (Schwaben)

LBV-Schutzgebiet Gillenmoos | © Helmar Schreiter © Helmar Schreiter
LBV-Schutgebiet Gillenmoos

Das Gillenmoos im Landkreis Ostallgäu ist ein wertvoller Moor- und Feuchtgebietskomplex in den Iller-Vorbergen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren ist das Gillenmoos weniger durch Entwässerung oder Torfabbau bedroht. Es liegt relativ geschützt im Wald, daher ist der Wasserhaushalt noch weitgehend unversehrt. Die Hauptgefährdung dieses Moorgebietes ist vielmehr die Verbuschung der Flächen nach Nutzungsaufgabe.

Mehrere Kalktuffquellen speisen das kalkreiche Niedermoor und bilden großflächige Quellstrukturen mit Kalkausscheidungen. Daneben sind hier beispielhafte Übergänge zu Hochmoorbereichen und Moorwäldern erhalten. Diese Vielfalt bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Darunter sind mindestens 37 gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten anzutreffen wie der Hochmoor-Gelbling und der Blauschillernde Feuerfalter.

Auch sind zahlreiche Eiszeitreliktarten, d.h. Arten, die bereits seit der letzten Eiszeit in dem Gebiet vorkommen, auf die kühlen Bedingungen des Gillenmooses angewiesen. Zu ihnen gehören einige Schmetterlingsarten oder die Strauchbirke. In Quellbächen ist das Bayerische Löffelkraut zu finden.

Fakten Gebiet Gillenmoos

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

FFH-Gebiet 8128-302 „Gillenmoos“

Flächenbesitz des LBV:

ca. 4,4 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Hochmoor, Übergangs- und Niedermoor
  • Quellen und Quellfluren
  • Streuwiesen
  • Moorwälder
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Insekten: Hochmoor-Gelbling, Hochmoor-Perlmutterfalter, Randring-Perlmutterfalter, Sumpfschrecke
  • Pflanzen: Strauchbirke, Knabenkräuter, Mehlprimel, Schwalbenwurz-Enzian, Fieberklee, Bayerisches Löffelkraut, Glanzstendel
Lage des Gebiets

Das Gillenmoos befindet sich im schwäbischen Landkreis Ostallgäu, zwischen den Ortschaften Günzach und Aitrang. 

Naturschutzziele des LBV

Kleines Knabenkraut im LBV-Schutzgebiet Eichenhofen | © Georg Knipfer © Georg Knipfer
Knabenkraut

Die Streu- und Moorwiesen des Gillenmooses sind durch Nutzungsaufgabe gefährdet. Werden die Flächen nicht regelmäßig gemäht, wachsen sie mit Gehölzen zu. Dadurch kommt das Torfwachstum zum Erliegen, außerdem nimmt die Zahl der Blütenpflanzen auf den Flächen stark ab. Durch die Nutzungsaufgabe und die Aufforstung mit Fichten kommt es zu einem schleichenden Lebensraumverlust für die Moorarten.

Der LBV setzt sich bereits seit 1998 für den Schutz des Moores ein. Seitdem wurden 4,4 ha erworben. Die Aktiven der Kreisgruppe Ostallgäu/Kaufbeuren haben in den letzten Jahren das Gebiet deutlich verbessert. Der mit Fichten durchsetzte Moorwald wurde aufgelichtet, nur die standortheimischen Spirken und Moorbirken durften stehen bleiben. Auch die durch das Aufkommen von Gehölzen bedrohten Streuwiesen und Niedermoorbereiche konnten durch Entbuschung offen gehalten werden. Durch die regelmäßige Pflege hat die Artenvielfalt auf den Flächen wieder zugenommen.

Das Gillenmoos ist ein Projektgebiet der „Allgäuer Moorallianz“. Diese ist ein Zusammenschluss der Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu und Lindau mit den kreisfreien Städten Kaufbeuren und Kempten. Ziel dieses Naturschutzgroßprojektes ist es, die Schönheit und Vielfalt der Allgäuer Landschaft inklusive ihrer Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Der LBV ist mit anderen Vereinen und Gemeinden ein wichtiger Partner dieser Allianz und tritt v.a. als Träger für Flächenankäufe in Aktion, so auch im Gillenmoos.

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