Pfatter Au

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Regensburg (Oberpfalz)

LBV-Schutzgebiet Pfatter Au | © Eva Schubert © Eva Schubert
LBV-Schutzgebiet Pfatter Au

Im ostbayerischen Donautal, im Naturraum Dungau, befinden sich die Naturschutzgebiete „Pfatterer Au“ und „Stöcklwörth“. Sie spiegeln die charakteristischen Eigenschaften der Stromtallandschaft der Donau wider und weisen ein breites Spektrum an verschiedenen Lebensräumen auf. Dazu gehören Stromtalwiesen, Altwässer mit Verlandungsbereichen und Augehölze. Das Gebiet stellt ein bedeutsames Rast- und Brutgebiet für z.T. stark bedrohte Vogelarten dar.

Der Große Brachvogel, dessen Bestände stark rückläufig sind, ist die Leitart in diesem Gebiet und hat in der Pfatterer Au ihr einziges Brutvorkommen im Landkreis.

Durch den Ausbau der Donau reduzierte sich die Fließdynamik des Flusses erheblich. Dies hatte auch negative Auswirkungen auf die Auenbereiche und die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Der Rückgang von Altwassern und die intensive Nutzung ehemaliger Feuchtwiesen schränkten den Lebensraum der Wiesenbrüter erheblich ein.
Auch der Mensch stört häufig die Brut der Vögel. Dies verhindert den dauerhaften Bruterfolg vieler Arten und führt letztendlich zu ihrem Verschwinden. Somit sind Öffentlichkeitsarbeit und Biotopverbesserungsmaßnahmen unverzichtbar.

Fakten Gebiet Pfatter Au

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

Naturschutzgebiet, FFH- Gebiet und Vogelschutzgebiet 7040-417 „Donau und Altwässer zwischen Regensburg und  Straubing“

 

Flächenbesitz des LBV:

ca. 22 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Feuchtwiesen
  • Altwasser
  • Wiesenbrüter
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Großer Brachvogel, Braunkehlchen, Blaukehlchen, Kiebitz, Schafstelze, Wachtel
  • Insekten: Feldgrille, Schwalbenschwanz, Mauerfuchs, Gemeiner Heufalter
  • Pflanzen: Froschlöffel, Schwanenblume
Lage des Gebiets

Die Pfatterer Au befindet sich ca. 1 km nördlich des Ortes Pfatter, zwischen Regensburg und Straubing.

Flächenclip Pfatter Au

Naturschutzziele des LBV

Braunkehlchen mit Nahrung im Schnabel | © Markus Gläßel © Markus Gläßel
Braunkehlchen mit Nahrung

Der Landesbund für Vogelschutz war im Zeitraum 1986 bis 1990 an der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen an den Donauauen zwischen Straubing und Regensburg beteiligt. Im Zuge der Maß-nahmen erwarb der LBV ca. 22 ha Fläche, die in den Naturschutzgebieten „Stöcklwörth“ und „Pfatterer Au“ liegen. Der Schutz von wiesenbrütenden Vogelarten wie Großer Brachvogel, Blau- oder Braunkehlchen und Kiebitz ist uns dabei ein besonderes Anliegen.

Auf den LBV-Eigentumsflächen wurde unter anderem ein auf Wiesenbrüter abgestimmtes Mahdregime eingeführt. Geländemodellierung, Aushagerungsmaßnahmen und regelmäßige Entbuschungsaktionen gehörten in den Folgejahren zu den weiteren Optimierungsmaßnahmen zum Schutz wiesenbrütender Vogelarten. Oft werden die Vögel durch Spaziergänger, freilaufende Hunde und Angler gestört. Daher ist eine Sensibilisierung der Menschen äußerst wichtig.

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