Moorwald bei Brandten

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Regen (Oberpfalz)

Totholz im Moorwald bei Brandten | © LBV © LBV
Totholz im Moorwald bei Brandten

Südöstlich von Bodenmais, im Landkreis Regen, liegt inmitten des Naturparks Bayerischer Wald die kleine Ortschaft Brandten. Etwa 1 km südwestlich zu dieser befindet sich besagtes Moorgebiet, das von vielen kleinen Quellen und Bachläufen durchzogen wird und Teil des FFH-Gebietes „Moore westlich Zwiesel“ ist.

Im Laufe der Jahre hat sich das Moor zu einem Moorwald entwickelt, der jedoch durch Anpflanzung von Fichten in seiner ökologischen Wertigkeit bedroht ist. Schleichende Austrocknung und Beschattung des Moores sind die Folge. Die ehemals heimischen moortypischen Tier- und Pflanzenarten wurden auf wenige Restbestände zurückgedrängt. Dennoch finden sich hier noch einige bedrohte Arten wie z.B. die Soldanelle, die Moosbeere, das Scheiden-Wollgras oder der Rundblättrige Sonnentau.
Der LBV hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, den Moorkomplex durch Ankauf langfristig zu sichern und zu verbessern.

Insgesamt 3,7 ha stehen zum Verkauf. Hier sollen die standortfremden Fichten entfernt werden und der Wasserhaushalt des Moores wiederhergestellt werden. Außerdem soll der stellenweise hohe Anteil an Totholz als Lebensraum für Spechte und andere seltene Insekten erhalten werden.

Erkundet man den Wald weiter, so fallen weiße Blüten auf. Es ist das „Weiße Waldvöglein“ (Cephalanthera damasonium), eine typische Art schattiger Standorte unter Bäumen und Sträuchern. Eine weitere hellfarbene Schönheit ist die Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha). Besonders in der Nacht duftet diese Orchidee nach Hyazinthen und lockt bestimmte Nachtfalter an, die mit ihrem langen Rüssel den Nektar am Ende des bis zu 4 cm langen Sporns der Blüte erreichen können. Die weißlich-grüne Farbe der Blüte leitet über zur völlig grünen Blüte des Großen Zweiblattes (Listea ovata). Wie vorige Art hat sie in der Regel zwei Laubblätter, aus deren Mitte der Blütenstängel hervortritt. Die Nektarabsonderung erfolgt über die tief gespaltene Unterlippe, wodurch z. B. Wespen angelockt werden, die dann auch als Bestäuber dienen.

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