Grubenfelder Leonie

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Amberg-Sulzach (Oberpfalz)

LBV Schutzgebiet Grubenfelder Leonie | © Eva Schubert © Eva Schubert
Grubenfelder Leonie

Die Grubenfelder Leonie befinden sich im Naturraum Nördliche Frankenalb und waren bis Mitte der 1980er Jahre Abbaustätten für Eisenerz. Aufgrund der früheren Bergbautätigkeit „unter Tage“ kam es zu Erdabsenkungen und Einstürzen. Da das Gebiet nicht mehr betreten werden durfte, konnten sich die Grubenfelder Leonie zu einem ungestörten Lebensraum für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten entwickeln.

Die wassergefüllten Einbruchtrichter sind von großer Bedeutung für den Naturschutz, da darin zahlreiche gefährdete Amphibien- und Libellenarten vorkommen. Das Gebiet ist durch ein reichhaltiges Mosaik aus Acker- und Wiesenbrachen, Pioniergehölzen, Magerrasen, Misch- und Nadelwäldern, einem natürlichen Bachlauf, Quellen und Erdeinbrüchen gekennzeichnet und bietet so verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Fakten Gebiet Grubenfelder Leonie

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

Naturschutzgebiet „Grubenfelder Leonie“ und FFH-Gebiet 6235.301 „Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie“

Flächenbesitz des LBV:

ca. 87 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • kalkreiche Trockenrasen
  • feuchte Magerwiesen
  • Gewässer (Bäche, Teiche)
  • Hecken
  • Eschen-Erlenauwälder
  • Eichen-Hainbuchenwälder
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Neuntöter, Wendehals, Raubwürger, Schwarzstorch,  verschiedene Spechtarten
  • Amphibien: Laubfrosch, Gelbbauchunke, Kammmolch, Knoblauchkröte
  • Pflanzen: Fliegen-Ragwurz, Brand-Knabenkraut, Küchenschelle, Wald-Windröschen, Moschuskraut
  • Insekten: Warzenbeißer, Feld-Grashüpfer, Kleine Binsenjungfer; Speer-Azurjungfer, Wegerich-Scheckenfalter, Flockenblumen-Scheckenfalter, sieben verschiedene Widderchenarten
Lage des Gebiets

Das Naturschutzgebiet Grubenfelder Leonie liegt nördlich des Stadtgebietes Auerbach im oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Flächenclip Grubenfelder Leonie

Naturschutzziele des LBV

LBV Schutzgebiet Grubenfelder Leonie mit Heckenrindern | © Julia Römheld © Julia Römheld
Heckenrinder

Ohne Eingriffe würden sich die Grubenfelder Leonie im Laufe der Jahre wieder bewalden. Sehr viele seltene Vogel-, Amphibien- und Insektenarten sind aber auf freie Flächen angewiesen und wären bei einer Verbuschung und Wiederbewaldung gefährdet. Um den Schutzzweck des Naturschutzgebietes zu gewährleisten, müssen die Flächen daher offen gehalten werden.

Deshalb wird das Gebiet seit Juni 2000 ganzjährig mit Heckrindern beweidet. Heckrinder sind rückgezüchtete Auerochsen. Sie sind sehr anpassungsfähig und genügsam und daher besonders gut für die Pflege von Brachen und nährstoffarmen Grünflächen geeignet. Sie gestalten die Landschaft in den Grubenfeldern Leonie täglich um und sorgen so für ein Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen.

Seit März 2006 haben sie Unterstützung von Exmoore-Ponys bekommen. Durch die Kombination von Pferde- und Rinderbeweidung erwartet man sich eine gleichmäßigere Nutzung der offenen Bereiche. Die LBV-Kreisgruppe Amberg-Sulzbach kümmert sich um die Tiere und bietet auf Anfrage Führungen durch das Naturschutzgebiet an.

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