Basaltbruch Zinst

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz)

LBV-Schutzgebiet Basaltbruch Zinst | © A. Ulmer © A. Ulmer
LBV-Schutzgebiet Basaltbruch Zinst

Das LBV-Schutzgebiet Basaltbruch Zinst liegt im Naturraum Hohes Fichtelgebirge an der Grenze zum Oberpfälzer Hügelland. Der ehemalige Steinbruch, seit 2005 nicht mehr in Betrieb, stellt die ehemals größte Abbaufläche im westlichen Landkreis Tirschenreuth dar.

Durch den Abbau von Basalt, der anschließenden Sukzession der Flächen und der exponierten Lage am Westrand des Fichtelgebirges ist ein Mosaik aus vielfältigen und unterschiedlichen Lebensräumen entstanden, das zahlreichen, teils gefährdeten Tier- und Pflanzenarten ein wichtiges Rückzugsgebiet bietet.

Der Steinbruch weist einen hohen Anteil an naturnahen Kleingewässern auf, wodurch er besonders für Amphibien von großer Bedeutung ist: Eine landesweit bedeutsame Kreuzkrötenpopulation, aber auch Kamm- und Teichmolch haben in den zahlreichen permanenten und temporären Gewässern ihre Laichplätze.

Darüber hinaus bietet der Steinbruch mit seinen felsigen Hangbereichen und Ruderalfluren vielen Reptilien- und Insektenarten eine Heimat. Erwähnenswert sind vor allem die überregional bedeutsamen Vorkommen der Blauflügeligen Sandschrecke und der Blauflügeligen Ödlandschrecke sowie die in Bayern stark gefährdete Pelzbiene. Aber auch zahlreiche gefährdete Vogelarten wie der Baumpieper, Bluthänfling und Flussregenpfeifer finden dank der hohen Strukturvielfalt wertvolle Brut- und Nahrungshabitate.

Die Vielzahl unterschiedlicher Lebensraumtypen macht den Basaltbruch Zinst zu einem der naturschutzfachlich wertvollsten Lebensräume im westlichen Landkreis Tischenreuth.

Fakten Gebiet Basaltbruch Zinst

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

Kein gesetzlicher Schutzstatus

Flächenbesitz des LBV:

ca. 42 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Grundwassergespeiste permanente Gewässer
  • Temporäre Kleingewässer
  • Offene und halboffene Rohbodenfl ächen aus Basaltschotter
  • Ruderalfl uren mit krautiger und grasiger Vegetation
  • Felsige Hangbereiche und Blockschutthänge
  • Gebüsche und Gehölze
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Baumpieper, Bluthänfling, Flussregenpfeifer, Flussuferläufer
  • Amphibien: Kreuzkröte, Kamm- und Teichmolch
  • Weitere Tierarten: Pelzbiene, Violetter Feuerfalter, Blauflügelige Sandschrecke, Blauflügelige Ödlandschrecke, Zweifarbfledermaus, Gelbgrüner Winkelspanner, Kräuter-Mönch, Labkrautschwärmer
Lage des Gebiets

Der Basaltsteinbruch liegt zwischen Zinst und Wunschenberg im Gemeindegebiet Kulmain im westlichen Landkreis Tirschenreuth.

Naturschutzziele des LBV

Schafe im LBV-Schutzgebiet Basaltbruch Zinst | © Julia Römheld © Julia Römheld
Beweidung durch Ziegen und Schafe

Der LBV, der bis dahin kein vergleichbares Gebiet besaß, erwarb 2012 den ehemaligen Steinbruch. Ziel des Kaufs war es, dieses reich strukturierte Gelände vor konkurrierenden Nutzungen (wie z.B. Moto-Cross) zu schützen, die Vielfalt der Lebensräume zu erhalten und das Gebiet dauerhaft für den Naturschutz zu sichern.

Durch die Aufgabe des Basaltabbaus konnte sich nach 2005 ungestört eine vielfältige Flora und Fauna entwickeln und ansiedeln. Der Rekultivierungsplan des Steinbruchs sah eine Sukzession der Bruchflächen, eine Teilverfüllung der Wasserflächen und die Abböschung der Hänge vor. Dadurch wäre ein Großteil dieser bedeutsamen Lebensräume zerstört worden. Statt der Umsetzung des Rekultivierungsplans hat der LBV ein Pflege- und Entwicklungskonzept erarbeitet, das dem Erhalt der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und der Verbesserung ihrer Lebensraumbedingungen dient.

Um der zunehmenden Verbuschung des ehemaligen Steinbruchs entgegenzuwirken und Pionierstandorte zu erhalten, wird ein Großteil des Geländes beweidet. Durch den Einsatz von Ziegen und Rindern werden filzige Grasbestände abgefressen oder durch Tritteinwirkung so zerstört, dass Rohbodenstandorte erhalten bleiben. Da Ziegen auch steilere Hänge beweiden, wird auch hier das Aufkommen von Gehölzen reduziert. Um die Verlandung der permanenten und temporären Gewässer zu verhindern, werden diese Flächen bei Bedarf entschlammt und geräumt.

Ein weiteres Ziel ist die langfristige Entwicklung standortgerechter Laub-Mischwälder durch die Entnahme einzelner Fichten, die Förderung standortgerechter Baumarten und die Zulassung einer natürlichen Sukzession auf ehemaligen Schotterflächen. Der Steinbruch wird regelmäßig von Fledermäusen aufgesucht, unter anderem von der Zweifarbfledermaus. Um die Lebensraumqualität des Schutzgebietes für Fledermäuse zu verbessern, will der LBV auf dem Gelände einen Fledermausstollen errichten. Dieser dient den Tieren als Versteck, Unterschlupf und als Winterquartier.

Wissenswertes

Da es sich bei dem Schutzgebiet um eine ehemalige Abbaustätte mit bis zu 80 Meter hohen Bruchkanten handelt, ist das Betreten aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials nur im Rahmen geführter Wanderungen möglich.

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