Lange Berge und Bruchschollenkuppen

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Coburg (Oberfranken)

Urgetreide Emmer | © Bernd Raab © Bernd Raab
Das Urgetreide: Emmer

Das Gebiet "Lange Berge und Bruchschollenkuppen" befindet sich im Landkreis Coburg und umfasst etwa 80 Hektar. Aus geologischer Sicht handelt es sich um einen Muschelkalk-Höhenzug. Dieser wird nach Südosten hin deutlich schmaler und verengt sich zu den aus einer geologischen Verwerfung hervorgegangenen Bruchschollenkuppen. Durch seine Lage stellt das Gebiet einen überregionalen Biotopverbund zwischen den süddeutschen und den mitteldeutschen Kalkgebieten dar.

Aufgrund einer jahrhundertelangen extensiven Landnutzung konnten sich auf einer Länge von etwa 35 km Trocken- und Magerlebensräume entwickeln, die für das nördliche Bayern von großer Bedeutung sind. Über 40 gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten kommen in dieser einzigartigen Kulturlandschaft vor, daher kommt dem Gebiet eine landesweite Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität zu. Weiterhin finden sich in den Langen Bergen extensiv genutzte Ackerflächen mit einer artenreichen, stark bedrohten Pflanzenwelt. Vom Aussterben bedrohte Kultursorten wie Emmer oder Kamuth werden hier gezielt kultiviert und erfolgreich vermarktet, von der extensiven Bewirtschaftung profitieren auch Ackerwildkräuter wie das Flammen-Adonisröschen.

Auf diesen sind Biotoptypen wie Halbtrockenrasen, lichte Orchideen-Kiefernwälder, Heckenstrukturen sowie extensiv genutzte Ackerflächen vertreten. Der Grunderwerb erfolgte im Rahmen des 1998 begonnenen Großprojekts "Harraser Leite/Lange Berge und Bruchschollenkuppen". Ziel dieses Projekts waren der Erhalt und die Wiederherstellung eines großräumigen Biotopverbunds von Trockenstandorten zwischen den Thüringer Muschelkalkplatten und dem Frankenjura. Ein Teilprojekt befasste sich außerdem mit dem Erhalt der Vielfalt von Ackerwildkräutern und der Sicherung alter, vom Aussterben bedrohter Kultursorten wie Emmer, Einkorn und Linsen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Coburg wurden im gesamten Projektgebiet - und damit auch auf den LBV-Flächen - über 250 Hektar Flächen entbuscht, gemäht, bepflanzt oder mit Heusaat belegt. Zudem wurde eine extensive Bewirtschaftung der Ackerflächen mit dem Anbau alter Kultursorten initiiert. 2005 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Flächen werden aber natürlich nach wie vor fachgerecht betreut und gepflegt.

Fakten Gebiet Lange Berge

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

  • FFH-Gebiete 5631-371 und 5732-371
  • mehrere Naturschutzgebiete

Flächenbesitz des LBV:

ca. 101 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Kalkreiche (Halb-)Trockenrasen
  • Hecken
  • Laub- (misch)wälder
  • Kalkscherbenäcker
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Wendehals, Heidelerche, Neuntöter, Gartenrotschwanz, Wachtel,
  • Weitere Tiere: Heuschrecken, Widderchen, Schlingnatter
  • Pflanzen: Deutscher Enzian, Küchenschelle, Kalkaster, Frauenschuh
Lage des Gebiets

Das LBV-Projektgebiet „Lange Berge und Bruchschollenkuppen“ durchzieht diagonal den nördlichen Landkreis Coburg.

Naturschutzziele des LBV

Schlingnatter | © H. Zinnecker © H. Zinnecker
Schlingnatter

Ende der 1990er Jahre initiierte der Landesbund für Vogelschutz ein Projekt entlang des Muschelkalkzuges im Landkreis Coburg. Ziel dieses Projekts waren der Erhalt und die Wiederherstellung eines großräumigen Biotopverbunds von Trockenstandorten zwischen den Thüringer Muschelkalkplatten und dem Frankenjura. Die noch vorhandenen Mager- und Trockenbiotope sollten erhalten und optimiert und ein durchgehender Wanderkorridor für bedrohte Arten geschaffen werden.

Ein Teilprojekt befasste sich außerdem mit dem Erhalt der Vielfalt von Ackerwildkräutern und der Sicherung alter, vom Aussterben bedrohter, Kultursorten wie Emmer, Einkorn und Linsen.

Im Zuge des Biotopverbundprojektes erwarb der LBV 101 ha. In enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Coburg wurden im gesamten Projektgebiet, und damit auch auf den LBV-Flächen, über 250 Hektar Flächen entbuscht, gemäht, bepflanzt oder mit Heusaat belegt. Zudem wurde eine extensive Bewirtschaftung der Ackerflächen mit dem Anbau alter Kultursorten initiiert. Im Jahr 2005 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Flächen werden aber natürlich nach wie vor fachgerecht betreut und gepflegt. Das Projekt ist außerdem ein wesentlicher Bestandteil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten länderübergreifenden Naturschutzgroßprojektes „Grünes Band“, an dem sich der LBV intensiv beteiligt.

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