Wälder an der Isarleite

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Landshut (Niederbayern)

LBV-Schutzgebiet Wälder der Isarleite bei Niederaichbach | © Eva Schubert © Eva Schubert
Wälder der Isarleiter bei Niederaichbach

Da die Waldnutzung entlang der steilen Isarleite im Landkreis Landshut erschwert war, sind Waldbestände von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung erhalten geblieben. Diese Wälder sind insbesondere durch die Rotbuche geprägt, die hier mehrere Waldgesellschaften ausbildet. Lediglich auf feuchteren Standorten setzen sich Erlen, Eschen und andere Baumarten durch.

Kellerberg

Dieses 3,2 Hektar große Gebiet zeichnet sich durch großflächige Hangvernässungen mit zahlreichen Quellaustritten aus. Aufgrund des kalkhaltigen Gesteins kommt es häufig zur Bildung von Quellkalken. In dem Gebiet wurde der äußerst seltene Grubenlaufkäfer nachgewiesen. Darüber hinaus beherbergt der Kellerberg das einzig größere Vorkommen des Feuersalamanders im Isartal zwischen Alpen und Donau.

Hohe Bürg

Das Zentrum des 8,5 Hektar großen Schutzgebietes bildet ein Bodendenkmal aus dem frühen Mittelalter, das fast 100 Meter über dem Isartal liegt. Die steil abfallenden Hänge werden seit Jahrzehnten nicht bewirtschaftet und zählen daher zu den von menschlichen Eingriffen am wenigsten überprägten Lebensräumen der Region. Der überwiegende Teil ist von Buchen-Altbeständen bedeckt, die ihr erstes Jahrhundert bereits hinter sich haben und allmählich in ein Alter kommen, in dem sie als Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten so richtig bedeutsam werden.

Fakten Gebiet Wälder an der Isarleite

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

FFH-Gebiet 7439.371 „Leiten der Unteren Isar“, Naturdenkmal „Hohe Bürg“

Flächenbesitz des LBV:

ca. 11,6 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Verschiedene Waldgesellschaften der Rotbuche
  • Quellen und Quellfluren
  • Hangwälder
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Spechte und andere Höhlenbrüter
  • weitere Tierarten: Grubenlaufkäfer, Feuersalamander,
  • Pflanzen: alte Buchen, Elsbeere, Winterschachtelhalm, Türkenbund, Seidelbast
Lage des Gebiets

Das LBV-Schutzgebiet „Hohe Bürg“ befindet sich ca. 1,5 km südwestlich, das Schutzgebiet „Kellerberg“ ca. 2 km nordöstlich von Niederaichbach.

Naturschutzziele des LBV

Zwei Buntspechte an einem Baum | © Rosl Rößner © Rosl Rößner
Zwei Buntspechte

2006 erwarb der LBV die Naturwaldparzelle „Kellerberg“, drei Jahre später kam die Naturwaldparzelle „Hohe Bürg“ hinzu.

Sowohl am Kellerberg als auch an der Hohen Bürg soll künftig Prozessschutz betrieben werden. Dies bedeutet, dass keine gezielten menschlichen Eingriffe vorgenommen werden und insbesondere keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr stattfindet. Gerade in Zeiten einer zunehmend intensivierten Forstwirtschaft sollen sich diese beiden LBV-Schutzgebiete damit nicht nur zu naturschutzfachlichen, sondern auch zu ästhetischen Besonderheiten im Raum Landshut entwickeln: Mit großen Mengen an stehendem und liegendem Totholz, mit gigantischen Baumveteranen und dem vielfältigen Artenspektrum eines wirtschaftlich nicht genutzten Naturwaldes. Lediglich zur Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtungen der Verkehrssicherung und des Waldschutzes soll künftig noch eingegriffen werden. Ansonsten darf hier Natur Natur sein.

Nach derzeitigem Kenntnisstand dürfte vor allem die Rotbuche, die einst mehr als zwei Drittel des Bundesgebietes bedeckte, diese beiden Schutzgebiete zunehmend prägen. Soweit vorhersehbar, wird hier also ein artenreicher, ungenutzter Buchen-Naturwald entstehen, wie er heute nur noch auf einem knappen Promille unserer Landesfläche zu finden ist. Da Deutschland für den Erhalt naturnaher Buchenwälder eine besondere Verantwortung hat, wurden beide Ankäufe maßgeblich durch die öffentliche Hand gefördert.

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