Parkstettener Weiher

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Straubing-Bogen

LBV-Schutzgebiet Parkstettener Weiher | © Natascha Neuhaus © Natascha Neuhaus
Wasservögel am Parkstettener Weiher

Das LBV-Schutzgebiet „Parkstettener Weiher und Steinacher Mooswiesen“ liegt am Nordrand der Donauniederung zwischen Parkstetten und Steinach. Auch heute noch sind dort typische Lebensräume und seltene Tier- und Pflanzenarten der Flussauen zu finden. Offene Wiesenflächen sowie aufgelassene Kiesweiher mit randlicher Röhrichtund Schwimmblattvegetation, vereinzelte Hartholz-Auwaldreste und Feldgehölze bilden ein vielfältiges und kleinteiliges Biotop-Mosaik. Die Kiesweiher mit den umgebenden extensiven Grünlandflächen weisen daher eine sehr hohe Biodiversität auf. Das frühere Kiesabbaugebiet ist Sekundärlebensraum und Rückzugsgebiet für die Arten, die einst die natürlichen und heute weitgehend zerstörten Flussauen als Primärlebensraum besiedelten.

Nördlich der Weiher liegen die Steinacher Mooswiesen, hierbei handelt es sich um Feuchtwiesen auf dem Gebiet eines ehemaligen Niedermoors. Die Mooswiesen sind ein wertvolles Habitat für Tier- und Pflanzenarten der Feuchtbiotope, wie z.B. Kiebitz, Sumpfschrecke, Kantenlauch und Knick-Fuchsschwanz.

Innerhalb eines großflächigen Erholungsgebietes liegen die LBVFlächen in einer für den Naturschutz ausgewiesenen Ruhezone. Dort sind Erholungsnutzungen, wie z.B. das Baden oder das Angeln, untersagt. Gefährdete heimische Tier- und Pflanzenarten könnten sich so ungestört ansiedeln und stabile Populationen aufbauen.

Fakten Gebiet Parkstettener Weiher

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

z.T. FFH-Gebiet 7142-301.02 „Donauauen zwischen Straubing und Vilshofen“, z.T. Vogelschutzgebiet 7142-471 „Donau zwischen Straubing und Vilshofen“, z.T. Landschaftsbestandteil

Flächenbesitz des LBV:

ca. 55 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Kiesweiher mit Uferzonen
  • Extensiv genutzte Niedermoorwiesen
  • Röhrichtbestände
  • Vereinzelte Hartholz-Auwaldrelikte
  • Feldgehölze
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Flussseeschwalbe, Kolbenente, Wiesenpieper, Wasserpieper, Baumpieper, Haubentaucher, Weißstorch, Blaukehlchen, Drosselrohrsänger, Schilfrohrsänger, Kiebitz, Wasserralle, Raubwürger,
  • Säugetiere: Haselmaus, Zwergmaus, Biber
  • Amphibien: Laubfrosch, Erdkröte, Grasfrosch
  • Reptilien: Ringelnatter, Zauneidechse
  • Insekten: Sumpfschrecke, Dunkler Wiesenknopf-Ameisen-Bläuling, Zweifleck, Keilflecklibelle
  • Pflanzen: Wasserfeder, Kantenlauch, Schwanenblume, Prachtnelke
Lage des Gebiets

Die Parkstettener Weiher und die Steinacher Mooswiesen liegen nördlich von Straubing, zwischen den Orten Parkstetten und Steinach im Landkreis Straubing-Bogen.

Naturschutzziele des LBV

Laubfrosch an höherem Gras | © Eva Schubert © Eva Schubert
Laubfrosch

1986 erhielt der LBV vom Bayerischen Umweltministerium den Auftrag, ein Pflege- und Entwicklungskonzept für die Kiesweiher und die benachbarten Steinacher Mooswiesen zu erarbeiten. Als Ziele wurden die Entwicklung der Kiesweiher hin zu naturnahen, artenreichen Sekundärbiotopen, die Sicherung und die Renaturierung beeinträchtigter Niedermoorflächen sowie die Trennung von Freizeitnutzung und Naturschutz festgelegt.

Bis heute konnte der LBV hier insgesamt rund 55 ha Weiher-, Waldund Grünlandflächen für den Naturschutz erwerben. Diese Flächen werden im Sinne des Naturschutzes gepflegt und weiterentwickelt. So ist eine extensive Wiesennutzung unerlässlich, um artenreiche Feucht- und Niedermoorwiesen zu erhalten und als Nahrungs- und Brutbiotope besonders für wiesenbrütende Vogelarten zu sichern. Zur weiteren Biotopoptimierung wurden Feuchtstrukturen und Tümpel angelegt, um die Amphibienfauna zu fördern. Gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen des Laubfrosches wurden gestartet. Die Fischereinutzung der Kiesweiher wurde eingestellt und deren Ufer abgeflacht. Der Europäische Flusskrebs wurde angesiedelt. Nistflöße auf der Wasserfläche dienen Flussseeschwalben und Haubentauchern als störungsfreie Brutplattform.

Die Waldflächen wurden zu standortheimischen Laubwaldbeständen umgebaut und, auch mit Hilfe des Bibers, der Totholzanteil erhöht. Auf diese Weise konnte sich der Grauspecht ansiedeln. Besonders eindrucksvoll ist eine gut 100 Jahre alte, freistehende, Silberweide mit einem Stammumfang von acht Metern, die als Charakterbaum der Steinacher Mooswiesen vor der drohenden Fällung bewahrt werden konnte.

Durch diese Aktivitäten werden wertvolle Lebensräume für geschützte und gefährdete Arten bewahrt und neue geschaffen.

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