Weihergebiet Gremsdorf

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken)

Blaukehlchen steht auf einem Ast und singt | © Florian Marchner © Florian Marchner
Blaukehlchen

Im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt bei Gremsdorf liegt ein ursprünglich der Fischzucht dienendes Weihergebiet. Es ist Teil des Aischgrundes - einem der größten Teichgebiete in Deutschland mit über 4000 Weihern.

Die Teiche im Aischgrund existieren zum Teil bereits seit dem Mittelalter. Der Boden in dieser Gegend ist relativ ertragsarm und weist Wasserstauende Tonschichten auf, daher kamen viele Grundbesitzer auf die Idee, Weiher anzulegen. Diese haben oft keinen zusätzlichen Wasserzulauf und werden nur von Regenwasser gespeist, darum werden sie auch als „Himmelsweiher“ bezeichnet. Vor allem in Gegenden mit vielen Klöstern schuf man zahlreiche solcher Stillgewässer zur Karpfenzucht, da dieser Fisch als besondere Fastenspeise galt.

Das eingangs erwähnte Weihergebiet bei Gremsdorf ist eines der bedeutendsten naturschutzrelevanten Teichgebiete des Aischgrundes. Der nördliche Teil der Gewässer wird zwar noch für die Fischzucht genutzt, im Süden sind jedoch inzwischen etliche Seen im Besitz des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und werden nicht mehr oder nur extensiv bewirtschaftet. Insgesamt fünf Grundstücke mit einer Gesamtgröße von etwa neun Hektar hat der LBV hier bereits erworben. Sieben Teiche mit teilweise recht breiten Schilfgürteln, eine Feuchtwiese sowie eine Brachfläche mit angrenzendem Halbtrockenrasen befinden sich auf den LBV-eigenen Flurstücken.

Besonders zahlreichen gefährdeten Vogelarten dienen sie als Brutgebiet, wie z.B. den vom Aussterben bedrohten Arten Großer Rohrdommel und Zwergdommel, deren Vorkommen bayern- und sogar bundesweite Bedeutung haben. Daneben finden viele andere seltene Vertreter der Vogelwelt ihren Lebensraum im Weihergebiet bei Gremsdorf, beispielsweise das Blaukehlchen und die Rohrweihe. Für zahllose Andere stellt das Areal ein wichtiges Nahrungsrevier dar oder sie nutzen es als Rast- bzw. Winterquartier.

Jedoch nicht nur für die Vogelwelt ist das Gebiet von großer Bedeutung: vor allem auch zahlreiche Amphibien- und Insektenarten sind hier beheimatet wie der nur etwa 4 cm große Laubfrosch.

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