Altmühlwiesen

LBV-Schutzgebiet im Landkreis Ansbach (Mittelfranken)

Renaturierte Altmühlwiesen im LBV-Schutzgebiet Altmühlwiese | © Christiane Geidel © Christiane Geidel
Renaturierte Altmühlwiesen

Die Flächen des Schutzgebietes „Altmühlwiesen“ liegen im Wiesmet. Dabei handelt es sich um das größte Feuchtwiesengebiet Süddeutschlands. Das Gebiet liegt in der Talaue der Altmühl, wird regelmäßig überschwemmt und von mehreren mäandrierenden Bächen und Gräben durchzogen.

Die offene Landschaft wird durch ein abwechslungsreiches Mosaik verschiedener Grünlandflächen, Brachen und Mulden gebildet. Entlang der Altmühl und der zufließenden Bäche und Gräben finden sich Röhrichtbestände. Die im Tal liegenden Flutmulden bieten zudem kleinflächige Feuchtbiotope.

Besonders für die Vogelwelt ist dieser Lebensraumkomplex aus Extensiv- und Nasswiesen von besonderer Bedeutung. Alle in Bayern vorkommenden wiesenbrütenden Vogelarten sind hier zu finden, darunter auch viele gesetzlich geschützte Arten. So brüten in den Altmühlwiesen beispielsweise Bekassine, Großer Brachvogel, Uferschnepfe oder Rotschenkel, die alle an ein bestimmtes Wasserregime im Bruthabitat angepasst sind und aufgrund des fortschreitenden Lebensraumverlustes teilweise akut vom Aussterben bedroht sind.

Aber auch für die Pflanzenwelt ist dies ein besonderer Lebensraum. Die wechselfeuchten und nassen Standorte sind in erster Linie durch Grünlandnutzung geprägt. Das Spektrum der Wiesengesellschaften reicht von Glatthafer- und Silgenwiesen verschiedener Ausprägungen (mager, trocken bis feucht, nährstoffreich über wechselfeuchte Kohldistelwiesen und Nasswiesen (Calthion) bis hin zu Flutrasengesellschaften, Hochstauden-, Großseggenried- und Röhrichtgesellschaften (Wasserschwaden, Rohrglanzgras).

Fakten Gebiet Altmühlwiesen

Status und Flächenbesitz LBV

Status:

Teilflächen liegen in den Naturschutzbieten „Kappelwasen“ und „Heglauer Wasen“ Viele Flächen unterliegen dem Vertragsnaturschutz.

Flächenbesitz des LBV:

ca. 55 ha

Schützenswerte Lebensgemeinschaften und Lebensräume
  • Tümpel
  • Seggen- und binsenreiche Nasswiesen
  • Flach- und Quellmoore
  • Grünland nasser bis (wechsel-)feuchter Standorte
Bedeutende Tier- und Pflanzenarten
  • Vögel: Kiebitz, Rotschenkel, Großer Brachvogel, Schafstelze, Uferschnepfe, Bekassine
  • Pflanzen: Fuchs-Segge, Europäische Trollblume, Fieberklee, SumpfStendelwurz, Breiblättriges Knabenkraut, Kanten-Lauch, (Brenndolde)
Lage des Gebiets

Nordwestlich des Altmühlsees liegen die Flächen des Schutzgebietes „Altmühlwiesen“.

Naturschutzziele des LBV

Großer Brachvogel mit ausgebreiteten Flügeln | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Großer Brachvogel

Die Altmühlwiesen sind besonders aus Sicht des Vogelschutzes von außerordentlicher Bedeutung. Diese offene Kulturlandschaft, die ein einzigartiger Lebensraum für Wiesenbrüter ist, gilt es zu schützen und zu bewahren.

Eine biotoppflegende Nutzung und Pflege ist fortzusetzen. Dazu zählt regelmäßige und gelegentliche Mahd. Aufkommender Gehölzaufwuchs ist zu entfernen, um einer Verbuschung und Verbrachung entgegenzuwirken und die Fläche somit offen zu halten. In Zusammenarbeit mit den ansässigen Landwirten wird eine extensive Bewirtschaftung erarbeitet. Diese beinhaltet unter anderem den Verzicht auf Düngung und chemischen Pflanzenschutz. Zum Schutz von Wiesenbrütern wird das Grünland durch Streifenmahd gepflegt, wodurch diesen Vögeln das ganze Jahr über ein sicheres Habitat geboten wird.

Um die Brutbedingungen der wiesenbrütenden Vogelarten, die teilweise auf ein extrem feuchtes Bruthabitat angewiesen sind, langfristig zu sichern, ist eine regelmäßige Überflutung zwingend erforderlich. Es ist daraufhinzuwirken, dass – notfalls durch Regulation durch das Wasserwirtschaftsamt – der Wasserspiegel während und nach den Frühjahrshochwässern der Altmühl möglichst lange möglichst hoch gehalten wird

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