Der Schwarzstorch in Bayern

Wir retten den heimlichen Storch der stillen Wälder

Schwarzstorch steht im seichten Wasser und hebt ein Bein | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka
Störungen durch Tourismus und Forstwirtschaft macht dem Schwarzstorch zu schaffen

Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt, der Schwarzstorch ist ein auffallend bunter Vogel: Sein schwarzes Gefieder glänzt metallisch grün und purpurfarben. Zwar breitet sich der seltene Vogel wieder aus, doch auch die Gefahren nehmen zu. Denn er brütet in großen, stillen Wäldern wie dem Bayerischen Wald, Frankenwald, Oberpfälzer Wald, Steigerwald oder Spessart. Und hier nehmen die Störungen durch Tourismus und intensive Forstwirtschaft zu.

Schwarzstörche kommen im Frühjahr zu uns um sich hier fortzupflanzen und ziehen im Spätsommer nach Afrika zum Überwintern. Dabei bevorzugen die scheuen Tiere zum Brüten ungestörte, bachdurchzogene Wälder, umgeben von Feuchtwiesen und kleinen Flüssen. In diesen suchen sie nach Fischen, Amphibien aber auch Insekten.

Ihr Nest, den Horst, bauen sie im Wald auf einen möglichst großen, alten Baum und kehren nach einer erfolgreichen Aufzucht ihrer Jungen auch im nächsten Jahr wieder zu diesem zurück. Werden sie jedoch gestört, so brüten sie entweder gar nicht oder müssen sich im nächsten Jahr einen anderen Horst suchen bzw. bauen.

Da Schwarzstörche erst mit drei Jahren eine eigene Familie gründen ist es besonders tragisch, wenn ein Paar durch menschliche Störungen vom Brüten abgehalten wird. Viele Störche werden auch Opfer von Verfolgungen oder Unfällen und nur drei von zehn Jungstörchen überleben den ersten Winter. Wild lebende Schwarzstörche können bis zu 20 Jahre alt werden.

Bestandserfassung des Schwarzstorchvorkommens

2010 wurde mit Unterstützung der Stiftung Bayerisches Naturerbe eine Erfassung des aktuellen Bestands des Schwarzstorchs in Bayern durchgeführt. Bei der letzten Schätzung 2005 wurde von ca. 65 Brutpaaren ausgegangen. Durch die Zusammenstellung der Informationen vieler fachkundiger Stellen gehen wir heute von 105 Brutpaaren in Bayern aus.

Die Verbreitungsschwerpunkte liegen nach wie vor in den nord- und ostbayerischen Mittelgebirgen. Eine Zunahme von Brutpaaren wurde vor allem im südlichen Unterfranken sowie im Alpenvorland verzeichnet. In einigen Regionen des Oberpfälzer und Bayerischen Waldes wurde dagegen ein leichter Rückgang sichtbar. Deutlich wurde auch, dass den Bayerischen Staatsforsten eine besondere Verantwortung für den Schwarzstorch zukommt. Die Hälfte der Störche brütet im Staatswald. Wir setzen daher auf eine dauerhafte Kooperation.

Zum Artenportrait Schwarzstorch

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Anne Schneider

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