Die Feldlerche und das Lerchenfenster

Kein stummer Frühling!

Keine Lerche am Himmel? Keine Goldammer in der Hecke? Kein Rebhuhn am Wegrand? Die Vögel der Kulturlandschaft nehmen in ganz Europa stark ab. Denn als Kulturfolger sind sie eng an die Landwirtschaft gebunden. Doch eine falsche Agrarpolitik zwingt die Bauern zu immer neuen Intensivierungsschüben.

Feldlerche im Gras | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Der LBV setzt sich dafür ein, dass Sie auch in Zukunft tirilierende Lerchen am blauen Himmel auf Ihrem Osterspaziergang begleiten. Lerchen stehen für eine reichhaltige Kulturlandschaft, die nicht nur vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet. Auch wir Menschen können uns dort erholen!

Warum Fenster für die Feldlerche?

Lerchenfenster für Feldlerche auf einem Feld | © Alf Pille © Alf Pille
Lerchenfenster im Feld

Die Lerche ist ein Bodenbrüter

Zwischen April und August nistet sie in Beständen, die max. 50 cm hoch und eher dünn bestanden sind. Dabei nimmt sie Getreide genauso an wie Wiesen oder Hackfruchtäcker. Normalerweise brütet sie 2 – 3 x pro Jahr. Dann reicht die Zahl der Jungen, um den Gesamtbestand zu halten.

Ein Problemfaktor - Wintergetreide

Wintergetreide wird bereits im Herbst des Vorjahres ausgesät. Das Problem: es wird früher dicht als Sommergetreide, so dass die zum Bestandserhalt dringend benötigte zweite oder sogar dritte Brut für die Feldlerche nicht mehr möglich ist. Weder können die Lerchen in solch einem dichten Wintergetreide-Acker überall landen, noch finden sie genügend Nahrung. Also legen sie ihr Nest in den Fahrspuren an, wo es wegen der Räuber und landwirtschaftlichen Maschinen für sie gefährlich ist. Oder sie weichen auf Wegränder aus. Und zur Nahrungssuche müssen sie weit fliegen, was wertvolle Energie aufzehrt.

Lerchenfenster - So einfach geht's

Lerchenfenster für Feldlerche auf einem Feld | © Alf Pille © Alf Pille

Bei der Aussaat hebt der Landwirt die Sämaschine für einige Meter an, so dass eine kleine, künstliche Störstelle von gut 20 m² entsteht. Dabei achtet er darauf, dass die Fenster in ausreichendem Abstand zu Fahrspuren, zum Feldrand, Gebäuden und Sitzwarten von Greifvögeln liegen. Das Ganze wird pro Hektar zwei Mal durchgeführt. An diesen beiden Stellen wächst kein Getreide auf, die Fenster bleiben kahl. Bei den weiteren Arbeitsgängen (Düngen, Pflanzenschutzmittel) können die Fenster wie der restliche Bestand behandelt werden.

Der Landwirt hat also keinen weiteren Aufwand mit diesen Flächen, und der Ernteausfall ist mit wenigen Euro pro Hektar gering. Die Lerchen haben nun "Landebahnen im Getreide-Dschungel". Hier suchen sie ihre Nahrung und laufen in den Bestand, wo sie ihre Nester in der Nähe der Fenster anlegen.

Matthias Luy

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Matthias Luy

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