Gefährdung des Weißstorchs und Schutzmaßnahmen

Das Weißstorch-Schutzprogramm: Ein voller Erfolg

Zwei Weißstörche auf einer Wiese suchen nach Futter | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Was braucht der Weißstorch zum Überleben? Er braucht Teiche, Weiher, feuchte Wiesen und extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen. Nur dort findet er genug Nahrung: Eidechsen, Mäuse, Frösche, Regenwürmer und Insekten. Darum suchen Störche oft hinter einer Mähmaschine oder einem pflügenden Traktor nach Leckerbissen.

In der Brutzeit braucht Familie Storch bis zu ca. 4,5 Kilo Nahrung täglich. Flurbereinigungen und Flussbegradigungen, trocken gelegte Wiesen und intensive Nutzung für Energiepflanzen führen jedoch dazu, dass der Weißstorch sich nicht mehr ernähren kann. Das Maintal zwischen Bamberg, Schweinfurt, Würzburg und Aschaffenburg und das Isartal zwischen München und Donau sind für den Weißstorch verloren.

Gefährliche Strommasten töten Störche

Weißstörche behalten gerne den Überblick. Deshalb landen sie oft auf Strommasten. Doch die Mittelspannungs-Freileitungen der Überlandstromnetze bringen immer wieder den Tod: Mehr als die Hälfte aller Weißstörche sterben in Bayern durch Stromschlag und durch Zusammenstöße mit den Leitungen. Gut 10% der Jungstörche sterben hier im ersten Lebensjahr. Die Netzbetreiber sichern ihre gefährlichen Leitungen nur langsam. Auch wenn dies laut Bundesnaturschutzgesetz bis Ende 2012 hätte erledigt sein sollen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Gesetze eingehalten werden und schauen Konzernen und Behörden auf die Finger.

Oda Wieding

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Oda Wieding

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Das Weißstorch-Schutzprogramm

Der Weißstorch gilt in Europa als besonders geschützte Art. 1984 startete der LBV im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) ein Weißstorch-Schutzprogramm – dieser wurde in der Roten Liste Bayerns und Deutschlands als „vom Aussterben bedroht“ geführt. Dank der erfolgreichen Erhaltungsmaßnahmen seines Lebensraums konnte der Weißstorch 2016 von der Roten Liste Bayerns entlassen werden: Sein Bestand in Bayern gilt seither als gesichert.

Im Zuge dessen wurde das Artenhilfsprogramm in Bayern in ein Programm zum Monitoring umgewandelt. Der LBV koordiniert seit dieser Zeit im Auftrag des Landesamts für Umwelt (LfU) mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) dieses Monitoringprogramm. Mit der Zunahme der Bestandsgröße des Weißstorchs kamen in den letzten Jahren zur Betreuung der Nester und Datensammlung zunehmend vom LfU finanziell unterstützte Aufgaben der Beratung, der Öffentlichkeitsarbeit und eines lokal gelingenden Ausgleichs zwischen Mensch und Tier dazu.

Eine zentrale Rolle bei der Bewältigung dieser Aufgaben spielen die rund 300 unentgeltlich aktiven ehrenamtlichen LBV-Horstbetreuer- und betreuerinnen. Sie pflegen bei Bedarf die Horste zur Gefahrenabwehr, behalten die Brut im Auge, notieren Wieder- und Neubesiedelungen und zählen regelmäßig den Vogelbestand. Darüber hinaus sind sie vor Ort Ansprechpartner für die Presse und beraten bei Fragen und etwaigen Problemen. Alle Daten werden an unsere Zentrale in Hilpoltstein weitergeleitet. Hier werten wir die bayernweit gemachten Beobachtungen aus und können damit ebenfalls beratend tätig werden und in den Austausch mit Presse und Naturschutzverwaltung gehen.

Unsere Arbeit wird nur möglich durch eine finanzielle Förderung durch das LfU, durch Spenden und eine großzügige Unterstützung durch die Stiftung Bayerisches Naturerbe.

Aktuelle Nachrichten zum Weißstorch in Bayern

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