Großer Brachvogel - In Bayern vom Aussterben bedroht

Mit einem Satelliten-Telemetrie-Projekt Brachvögel live verfolgen

Großer Brachvogel steht im Wasser | © Dr. Christoph Moning © Dr. Christoph Moning

Die Bestände des Großen Brachvogels sind in den wichtigsten europäischen Verbreitungsräumen deutlich rückläufig, v. a. Großbritannien, Finnland und Russland. BirdLife International (2004) gibt den gesamten europäischen Bestand mit 220.000 - 360.000 Paaren an, was etwa Dreiviertel des Weltbestandes entspricht.

In Deutschland sind die Bestände seit den 1970er Jahren deutlich rückläufig. In den letzten 10 bis 20 Jahren hat sich der abnehmende Trend zwar etwas abgeschwächt, setzt sich aber dennoch kontinuierlich fort. Die jährlichen Bestandsabnahmen liegen in den süddeutschen Bundesländern über denen aus Norddeutschland. Nur auf den Nordseeinseln zeigen die dortigen kleinen Bestände einen positiven Trend  Die Bestandsentwicklung in Bayern zeigt deutliche Parallelen zum Bundestrend.

Nach einem starken Einbruch in der 1980er Jahren hatte sich der Bestand bis Anfang der 1990er Jahr leicht erholt (1992: 792 BP), bevor dann erneut ein Rückgang einsetzte (2006: 465 BP; LFU 2015). Der Gesamtbestand des Großen Brachvogels hat sich aktuell in Bayern stabilisiert und liegt auf einem ähnlichen Niveau wie 2006. Dies kann vermutlich auf das hohe Alter zurück zu führen sein, dass die Vogelart erreichen kann.

Der Bruterfolg weist jedoch in vielen Gebieten besorgniserregende Zahlen auf. In über 60 % der Gebiete, in denen der Bruterfolg untersucht wurde, wurden 2014 keine Jungvögel flügge. Der durchschnittliche Bruterfolg liegt auf gleichem Niveau wie 2006. Auch im Jahr 2015 wurde kein höherer Bruterfolg erzielt. In dem 2015 noch nicht eingezäunten wichtigen Brachvogelgebiet Wiesmet wurde beispielsweise nur ein Jungvogel aus über 37 Brutpaaren flügge. 

In der Roten Liste und Liste der Brutvögel Bayerns von 2016 erhält Numenius Arquata den Gefährdungsgrad 1 – Vom Aussterben bedroht.

Friederike Herzog

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