FOTOS: STEFAN MASUR, DR. ANDREAS VON LINDEINER Gelbbauchunke LBV-PROJEKTE Amphibienschutz in bayerischen Abbaugebieten „Natur auf Zeit“ geht weiter Anlass für das Vorhaben war ein Bericht der Bundesregierung an die EU zur Situation des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000. Dieser zeigte für sieben besonders bedrohte Amphibienarten mit europaweiter Bedeutung einen ungünstigen Erhaltungszustand und überwiegend einen negativen Gesamttrend der Vorkommen auf. Es bestand und besteht somit die dringende Notwendigkeit, diesen Trend umzukehren und Maßnahmen für die Bestandserholung dieser Arten einzuleiten. Ende 2025 endete die Förderung des Projekts durch den Naturschutzfonds. Das Projekt zielt darauf ab, in in Abbau befindlichen Sand- und Kiesgruben oder Steinbrüchen bestmögliche Schutzmaßnahmen für Arten wie Kreuzkröte, Gelbbauchunke und Laubfrosch umzusetzen. Die Betreiber der Rohstoffgewinnungsstätten sind Mitglieder der beiden Partnerverbände BIV (Bayerischer Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden) und ABBM (Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Bergbau- und Mineralgewinnungsbetriebe). Diese Partnerschaft war zunächst auf beiden Seiten ganz und gar nicht selbstverständlich. Durch kontinuierliche Arbeit und verlässliche Betreuung vor Ort – vielfach durch Mitglieder der LBV-Kreisgruppen – hat sich ein gegenseitiges Vertrauen entwickelt. Kern des Projekts ist ein Vertrag zwischen Betrieb, LBV und den regional zuständigen Naturschutzbehörden, der artenschutzrechtliche Belange während des Gesteinsabbaus regelt und den Unternehmen dadurch Rechtssicherheit gibt. Bis Projektende haben 34 Unternehmen an 53 Standorten einen Vertrag abgeschlossen. Fast alle Verträge wurden akVor etwas mehr als zehn Jahren startete das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Projekt mit dem etwas sperrigen Titel „Management von Lebensräumen FFH-relevanter Amphibienarten in Rohstoffgewinnungsstätten“, das später nur noch unter „Natur auf Zeit“ firmieren und sehr erfolgreich werden sollte. Zeit für eine Zwischenbilanz. tuell bis Ende 2030 verlängert. Die Betreuung durch den LBV wird finanziell nun von den Unternehmen selbst getragen. Das Projekt hat innerhalb, aber auch außerhalb Bayerns großes Interesse geweckt. Es wurde bei Veranstaltungen im Bundesgebiet sowie in Österreich und der Schweiz vorgestellt. Ein Höhepunkt: 2024 begrüßte Eric Beißwenger, Staatsminister für Europaangelegenheiten und Internationales, in der Bayerischen Vertretung bei der EU in Brüssel gemeinsam mit dem LBV und dem BIV rund 190 Europaabgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter von Regierungsorganisationen europäischer Nachbarländer, der Europäischen Kommission, der Industrie und von NGOs, um über „Natur auf Zeit“ zu diskutieren. Einen ganz besonderen Schub hat das Projekt dadurch erhalten, dass es 2023 den Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung erhalten hat. Zum Ende der Förderung können wir das erfreuliche Fazit ziehen, dass dieses Vorhaben sich auf Seiten der gesteinsabbauenden Industrie wie innerhalb des LBV zu einem etablierten Projekt entwickelt hat und immer noch neue Partnerbetriebe Verträge unterzeichnen, um diesen erfolgreichen Ansatz unter neuen Vorzeichen weiterzuführen. DR. ANDREAS VON LINDEINER LBV MAGAZIN 3|26 41
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