LBV magazin 3-26

FOTOS: VOLODYMYR KUCHERENKO - STOCK.ADOBE.COM schen Überwinterungsgebiete, wo die Verfolgung heutzutage weniger intensiv ist. Eine weitere große Gefahr, der alle Zug- und Standvögel ausgesetzt sind, ist die Kollision mit Glasfassaden, Stromleitungen, Windkraftanlagen oder beleuchteten Hochhäusern. Nachtaktive Zugvögel werden durch künstliche Beleuchtung irritiert und von ihrer Zugrichtung abgelenkt. Darüber hinaus leiden Zugvögel unter der Umweltverschmutzung. Pestizide verringern das Nahrungsangebot und Schadstoffe beeinträchtigen die Gesundheit der Vögel. Ein zunehmend bedeutender Faktor ist zudem der Klimawandel. Schutz von Zugvögeln Um Zugvögel zu schützen, braucht es daher einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Schutzmaßnahmen in den Brutgebieten ist der Erhalt von Rast- und Überwinterungsgebieten unverzichtbar. Zugvögel kennen keine Grenzen. Deshalb ist wirksamer Zugvogelschutz nur auf internationaler Ebene möglich. Die dafür erforderlichen Vereinbarungen und Instrumente sind grundsätzlich vorhanden – es gilt, sie auch anzuwenden! Zur Zugzeit stellen viele Singvögel ihre Ernährung von Insekten auf Früchte und Beeren um. Dies ist nicht nur mit der Verfügbarkeit von Insekten zu erklären, sondern wurde auch in Fütterungsversuchen bei gleichzeitiger Gabe von Insekten und Beeren beobachtet. Vögel zeigen sogar Vorlieben für bestimmte Beeren, wenn sie wählen können. Die bevorzugten Beeren (z.B. Schwarzer Holunder) beinhalten Fettsäuren, die die Vögel zum Aufbau ihres Zugfettdepots brauchen. Beerenstarke Ernährungsumstellung Mönchsgrasmücke Alpenstrandläufer: Als Brutvogel der arktischen Tundra zieht er regelmäßig auch durch Bayern, vor allem von Mitte September bis Anfang November. PROF. DR. FRANZ BAIRLEIN Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des LBV E-Mail: franz.bairlein@ifv-vogelwarte.de LBV MAGAZIN 3|26 17

RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=