Faszination Vogelzug FOTO (KRANICHE IM HINTERGRUND): NADINE WOLF Auf ihren alljährlichen Wanderungen überwinden Millionen von Zugvögeln zum Teil extrem weite Strecken über Ozeane, Wüsten und Gebirge. Diese erstaunliche Leistung beeindruckt Menschen seit Jahrhunderten – schon Aristoteles und Kaiser Friedrich II. haben sich mit dem jahreszeitlichen Erscheinen von Vögeln beschäftigt. Bis heute ist der Vogelzug Gegenstand intensiver Forschung. Doch woher die Vögel kommen oder wohin sie fliegen, blieb lange ein Mysterium. Das änderte sich erst mit der institutionellen Etablierung der wissenschaftlichen Vogelberingung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den deutschen Vogelwarten Rossitten (heute: Vogelwarte Radolfzell Alljährlich machen sich Millionen von Zugvögeln auf in ihre oft weit entfernten Sommer- oder Winterquartiere. Wie sie sich dabei orientieren und wie sie diese strapaziöse Reise überhaupt überstehen, beschäftigt bis heute die Wissenschaft. Klar ist mittlerweile, dass ohne engagierten Natur- und Artenschutz dieses Naturschauspiel zu verschwinden droht. am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell) und Helgoland (heute: Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven). Bei der Beringung werden Vögel mit kleinen nummerierten Metallringen an den Beinen markiert, auf denen eine Adresse eingeprägt ist, an die ein nachfolgender Fund gemeldet wird. Viele weitere sogenannte Beringungszentralen folgten. Seither wurden Millionen von Vögeln beringt, die zahlreiche Wiederfunde erbrachten, mit denen sich die Zugwege und Wintergebiete vieler Arten beschreiben lassen. Ihren großen Erfolg verdankt die wissenschaftliche Vogelberingung dabei zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Lange Zeit war die Beringung die wichtigsKraniche ziehen in V-Formation in ihre Überwinterungsgebiete. LBV MAGAZIN 3|26 13 Überlebensstrategien und Gefahren auf der langen Reise
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