LBV MAGAZIN 2|26 35 Moore sind weit mehr als nasse Flächen oder mystische Landschaften. Sie gehören zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern an Land und wirken wie ein großer Natur-Akku: Solange ein Moor nass bleibt, speichert es enorme Mengen Kohlenstoff im Boden. Wird es jedoch entwässert, gelangt dieses CO2 wieder in die Atmosphäre – ein Prozess, der den Treibhauseffekt verstärkt. Als Wasserspeicher helfen Moore zudem, extreme Wetterereignisse abzufedern. Sie halten Regen zurück und geben ihn langsam wieder ab. Gleichzeitig filtern sie Wasser und binden Nähr- und Schadstoffe. Damit tragen sie ganz nebenbei zu sauberem Grundwasser und gesunden Ökosystemen bei. Auch ihre Artenvielfalt ist bemerkenswert: Pflanzen wie der Sonnentau oder spezialisierte Tierarten finden nur hier geeignete Lebensräume. Viele dieser Lebensgemeinschaften sind hochsensibel und vom Verschwinden der Moore direkt bedroht. Da ein Großteil der ehemaligen Moorflächen stark verändert oder trockengelegt wurde, liegt heute ein besonderer Fokus auf Wiedervernässung und Renaturierung. Durch das Schließen alter Gräben und das Anheben des Wasserstands können Moore ihre natürlichen Funktionen wiedererlangen – Schritt für Schritt. Jeder kann dazu beitragen: torffrei gärtnern, regionale Projekte unterstützen oder auf die Bedeutung dieser Lebensräume aufmerksam machen. Denn nur wenn Moore nass bleiben, können sie ihre Rolle als Klimaschützer und Lebensraum langfristig erfüllen. HALUK SOYOĞLU Warum Moore Klimaschützer sind Junge Talente im Fokus RIESIGER NATUR-AKKU FOTOS: MUSEUM MENSCH UND NATUR (2) Luis (13) staunt über die kleinen Wunder der Natur: funkelnde Insekten, leuchtende Blumen, seltene Vögel. Seit seiner ersten Vogelstimmenwanderung mit der NAJU ist seine Kamera der Schlüssel zu verborgenen Welten. Die Auszeichnung bei „Natur im Fokus“ macht ihn stolz – und bestärkt ihn darin, sich für Igel, Kiebitz und Feldhamster einzusetzen. Für ihn heißt Fotografieren: Schützen beginnt mit Staunen. Dominik (17) ist Birder aus Leidenschaft. Seit der Kindheit beobachtet er Vögel und entwickelte seinen ganz eigenen fotografischen Stil. Seine Suche nach seltenen Arten führte ihn bis nach Neuseeland, wo er ein Auslandsjahr verbrachte und im Naturschutz mitarbeitete. Naturfotografie ist für ihn ein Spiel aus Geduld und Überraschung. Mit seinen Bildern möchte er Menschen berühren – und sie für den Schutz unserer heimischen Arten sensibilisieren (siehe auch S. 31).
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