LBV magazin 2-26

32 LBV MAGAZIN 2|26 LBV AKTIV IM GESPRÄCH LBV: Was hat euch dazu inspiriert, euch im LBV zu engagieren – und wie kam es dazu? Martin: Ich habe eine Kindernaturschutzgruppe für meinen Sohn gesucht und bin so bei der NAJU gelandet. Dort wurde ich direkt gefragt, ob ich als Betreuer mit einsteige – und aus der NAJU ist dann ziemlich schnell der Weg zum LBV geworden. Sabine: Ich habe auf dem Weg zur Arbeit immer wieder Kiebitze gesehen. Über die Jahre wurden es spürbar weniger, das hat mich nicht in Ruhe gelassen. 2023 bin ich über einen Online-Vortrag ehrenamtlich zum Kiebitzschutzprojekt im Knoblauchsland gekommen. Inzwischen bin ich auch bei anderen Artenschutz- und Monitoringprojekten dabei. Ihr seid beide im Kiebitzschutz aktiv. Wie sieht eure Arbeit in der Saison konkret aus? Sabine: In der Hauptzeit, meist von März bis Juni, sind wir regelmäßig in den Gebieten unterwegs, in denen Kiebitze vorkommen. Wir beobachten mit dem Fernglas und horchen aus sicherer Entfernung: Wird gebalzt? Gibt es einen Brutverdacht? Wo könnte ein Nest sein? Wenn sich ein Brutplatz bestätigt, melden wir das mit genauer Standortangabe, damit Schutzmaßnahmen möglich werden. Dank der guten Zusammenarbeit unserer Koordinatorin mit den Landwirten werden dann Nester markiert und Küken beringt. Was schätzt ihr an eurem Engagement? Martin: Der Austausch ist unkompliziert, man hilft sich gegenseitig, und die Begleitung durch die Hauptamtlichen ist Gold wert. Besonders stark finde ich auch die Zusammenarbeit mit den Landwirten. Ohne deren Mitwirken würde vieles nicht funktionieren. Sabine: Unsere Truppe ist einfach toll und wer mitmachen will, ist willkommen. Und dann ist da natürlich der Kiebitz selbst: Diese Rufe, die Flugmanöver, das Werben. Das ist jedes Frühjahr wieder ein Erlebnis. Gibt es Momente, die euch besonders motivieren? Martin: Für mich sind es die vielen Abende, an denen ich heimkomme und denke: Das heute war sinnvoll. Das kann Kiebitzschutz sein, aber genauso Nistkästen anbringen, Monitoring oder Biotoppflege. Sabine: Bei mir ist es auch eine Sammlung von besonderen Momenten: Wenn ein verletzter Uhu wieder ausgewildert werden kann. Oder wenn man ein Kiebitzküken, das man vorher gemeldet und geschützt hat, später bei einer Beringung ganz nah erlebt. Und auch diese Gänsehaut-Augenblicke, wenn man irgendwo eigentlich keinen Uhu erwartet und dann ruft er doch. Solche Erinnerungen tragen einen, wenn es zwischendurch Rückschläge gibt. Was würdet ihr Menschen raten, die überlegen, sich im Naturschutz zu engagieren? Martin: Einfach anfangen! Wirklich jeder kann sich einbringen. Vieles lernt man beim Tun, und helfende Hände werden immer gebraucht. Und zum Schluss: Was wünscht ihr euch für die kommenden Jahre im Arten- und Naturschutz? Martin: Ich wünsche mir, dass bestehende Natur- und Artenschutzgesetze nicht für kurzfristige wirtschaftliche Interessen oder unter dem Druck von Lobbygruppen weiter aufgeweicht werden. Sabine: Und ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft und in der Politik begreifen: Wenn Arten verschwinden, ist das unwiederbringlich. Es darf nicht erst dann ernst werden, wenn wir an einem Punkt sind, an dem es kein Zurück mehr gibt. Sabine Seidel und Martin Kurtzer: Kiebitzschutz im Knoblauchsland Auf der Suche nach Kiebitzen FOTOS: GABRIELA CARRION (2) Wer sind die Menschen, die im LBV aktiv sind? In jeder Ausgabe lernen Sie einen von ihnen näher kennen und bekommen so spannende Einblicke in die vielfältige ehrenamtliche Naturschutzarbeit. INTERVIEW: FRANZISKA BLÖSSL Es ist jedes Frühjahr wieder ein Erlebnis

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