LBV MAGAZIN 2|26 29 LANDSBERG | OBERBAYERN Neues Zuhause für Glücksboten OSTALLGÄU | SCHWABEN Neue Kindergruppen im Ostallgäu SCHWEINFURT UNTERFRANKEN Eisiger Einsatz im Vogelschutzgebiet Ein neuer Mehlschwalben-Brutturm in Unterfinning setzt ein Zeichen für den Artenschutz: Seit März bietet er den gefährdeten Zugvögeln sichere Brutplätze. Die Luftakrobaten finden in modernen Siedlungen immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten. Glatte Fassaden, fehlende Dachvorsprünge und die Entfernung bestehender Nester erschweren ihnen das Brutgeschäft. Der Turm schafft hier Abhilfe: Er beherbergt zunächst 44 künstliche Nester, ist auf über 100 erweiterbar und wird durch eine Klangattrappe ergänzt, die die Ansiedlung erleichtert. Getragen wurde das Projekt von einer engagierten Dorfgemeinschaft, die mit viel handwerklichem Einsatz zum Gelingen beitrug. Initiator ist Klaus Janke vom LBV Landsberg, fachlich begleitet von Stefanie Gansbühler aus dem LBV-Projekt „Gebäudebrüter in Oberbayern“, das durch die Rosner & Seidl Stiftung gefördert wird. STEFANIE GANSBÜHLER Mit Unterstützung der erfahrenen NAJU-Regionalbetreuerin Thea Wolf will die Kreisgruppe neue Kinder- und Jugendgruppen im Landkreis auf die Beine stellen. Bei Familiennachmittagen und Infoveranstaltungen informierte sie interessierte Kinder und mögliche Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter. Zusammen mit den Kindern die Liebe zur Natur zu wecken, zu fördern und zu erhalten und dabei selbst viel Spaß draußen zu haben: All das kann die Leitung einer Kindergruppe bringen. Beim LBV sind alle Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter haftpflichtversichert, erhalten günstige Fortbildungen und bekommen Expertenunterstützung für den Start der Gruppe. Alle Infos zur Kindergruppenplanung im Ostallgäu gibt es unter ostallgaeu.lbv.de. DR. LENA HEUSS Anfang Januar schuf Dauerfrost die seltene Gelegenheit, im Vogelschutzgebiet Garstadt zu einem Pflegeeinsatz auszurücken: Die Inseln im Lackensee, die von zahlreichen Vögeln als Rast- und Brutplatz genutzt werden, wurden entbuscht. Nachdem dies seit einigen Jahren nicht geschehen war, drohten sie vollkommen zuzuwachsen und so als Rückzugsort verloren zu gehen. Nach schneller Abstimmung mit der zuständigen Behörde konnten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer über das Eis auf die Inseln gelangen und dort wieder Freiraum für die hoffentlich bald eintreffenden Brutvögel schaffen. Die Maßnahmen sollen Kiebitz, Flussregenpfeifer und verschiedenen Entenarten zugutekommen. UDO BAAKE Vor einigen Jahren als spontane Aktion begonnen, ist die Krötenrettung inzwischen ein festes Projekt der Kreisgruppe Straubing-Bogen. Knapp 300 Erdkröten trugen die Ehrenamtlichen bei der ersten Aktion über die gefährliche Straße zu ihrem Laichgewässer. Um die Wanderung zukünftig sicherer zu machen, wurde nun ein umfassender Krötenzaun aufgestellt. Insgesamt 900 Meter Zaun schützen die Tiere auf ihrem Hinweg zum Weiher. Unter der Straße befindet sich ein Betonrohr, LBV AKTIV VOR ORT das eigentlich zur Entwässerung gedacht ist. Der Krötenzaun ist jetzt so aufgestellt, dass die Erdkröten dorthin geleitet werden und diesen Weg auch nutzen können. Zusätzlich sind fast 400 Meter Rückwanderzaun installiert, damit die Kröten auf dem Weg zurück in den Sommerlebensraum nicht überfahren werden. Die vielen Maßnahmen sind ein voller Erfolg für den Amphibienschutz und eine große Erleichterung für die ehrenamtlichen Helfer. BETTINA SCHRÖFL STRAUBING-BOGEN | NIEDERBAYERN Sichere Wege für Amphibien FOTOS: BETTINA SCHRÖFL (2), UDO BAAKE, DR. LENA HEUSS, STEFANIE GÄNSBÜHLER Erdkröten
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