LBV magazin 2-26

Tipps für das torffreie Gartenglück Torffreie Erde kaufen (Achtung: torfreduzierte oder Bio-Erde enthält oft trotzdem eine große Menge Torf) Hauseigenen Kompost nutzen oder Kompost bei gewerblichen und kommunalen Kompostieranlagen kaufen Gemüse, Kräuter und Blumen selbst aussäen (Erde in den Töpfen gekaufter Gemüsepflanzen ist oft torfhaltig) Öfter und in kleinen Mengen gießen (vor dem Gießen mit dem Finger fühlen, ob Wasser benötigt wird) Dünger und Erde aufeinander abstimmen Erde in Pflanzgefäßen aus dem Vorjahr mit frischer (Kompost-)Erde und organischem Dünger (z. B. Hornmehl) mischen und wiederverwenden FOTOS: CAROLA BRIA (3) Kein Garten benötigt Torf, egal ob im Beet ... Torffrei gärtnern Moorschutz beginnt im Gemüsebeet Hunderttausende Tonnen Gartenerde verwenden Hobby-Gärtnerinnen und Pflanzenfreunde in Bayern jedes Jahr. Oft steckt darin Torf, der über Jahrtausende in Mooren entstanden ist. Doch es gibt Alternativen, mit deren Verwendung Gärtnerinnen und Gärtner aktiv den Klima- und Naturschutz unterstützen. Was gibt es dabei zu beachten? zwar inzwischen eingestellt, in vielen anderen Ländern, beispielsweise im Baltikum, gefährdet die Gewinnung von Torf für unsere Gartenerde aber weiterhin wertvolle Moore, die dafür zerstört werden und große Mengen an Kohlenstoff freisetzen. Der über Jahrtausende in Mooren gebildete Torf ist viel zu kostbar, um ihn für einen kurzen Sommer als Blumenerde in Pflanzgefäße zu füllen und nach einmaligem Gebrauch als Abfall zu entsorgen. Die Verwendung von torfhaltiger Erde im Gartenbau hielt im Laufe des 20. Jahrhunderts Einzug. Der Grund: Torf hat viele für den kommerziellen Einsatz förderliche Eigenschaften. Er kann beispielsweise Wasser sehr effizient halten, ist nährstoffarm und hat einen niedrigen ph-Wert. Die in gärtnerischen Lehr- und Forschungseinrichtungen durchgeführten Versuche zeigen allerdings, dass für die Verwendung im Freizeitgartenbereich torffreie Substrate ebenso gut geeignet sind. Wer einige Aspekte beachtet, hat so auch ganz ohne Torf Erfolg beim Anbau von Gemüse, Blumen und Co. und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klima-, Natur- und Artenschutz. GARTEN AUF EINEN BLICK Riesige Mengen an Säcken voller Erde stapeln sich jetzt im Frühjahr in Gartencentern und Baumärkten. Von Anzuchterde über Erde für Hochbeete oder Kübel bis hin zu speziellen Tomaten- oder Kräutererden – das Angebot ist riesig. Wer auf Nachhaltigkeit im Beet achtet, greift womöglich zur Bio-Erde. Doch was viele nicht wissen: Selbst in diesen vermeintlich naturverträglich erzeugten Produkten steckt oft eine große Menge Torf, der über Jahrtausende aus zersetzten Pflanzenteilen in Mooren entstanden ist. In Bayern wurde der industrielle Torfabbau 24 LBV MAGAZIN 2|26

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