Immer weniger geeignete Baumhöhlen

Der Waldkauz braucht vor allem alte Bäume als Brutplatz

Waldkauzpärchen in einer alten Baumhöhle (Foto: Werner Borok)
Waldkauzpärchen in einer alten Baumhöhle (Foto: Werner Borok)

Auch wenn sein Name anderes vermuten lässt: Unser Jahresvogel ist keinesfalls nur im Wald zu Hause, obwohl er sich in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten fühlt. Als ideal gilt ein Lebensraum mit einem Waldanteil von 40 bis 80 Prozent, Lichtungen, Waldrändern und angrenzenden Feldern. Reine Nadelwälder hingegen wählt unser Jahresvogel nur selten als Brut- und Lebensraum, da es dort nicht genug Nahrung für ihn gibt.

Bevorzugt werden Wälder mit Lichtungen und Waldrändern (Foto: Dr. Eberhard Pfeuffer)
Bevorzugt werden Wälder mit Lichtungen und Waldrändern (Foto: Dr. Eberhard Pfeuffer)

Als Standvogel bleibt er das ganze Jahr über in seinem Revier. Untersuchungen zufolge blieben sogar 80 bis 90 Prozent der beringten Paare zeitlebens im gleichen Umfeld. Diese Standorttreue hilft den Eulen, auch harte Winter zu überleben, kennen sie doch sämtliche Nahrungsquellen und Verstecke sehr genau. Die selbstständig gewordenen Jungvögel streichen auf der Suche nach einem eigenen Revier nur im ersten Herbst umher, wobei auch sie sich zu 90 Prozent nicht weiter als 50 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernen.

Nicht nur im Wald ist der Waldkauz anzutreffen

Der Waldkauz nimmt auch Nistkästen an
Der Waldkauz nimmt auch Nistkästen an

Findet der Waldkauz keine geeigneten Baumhöhlen als Brutplatz, nimmt er auch ruhige Winkel von Gebäuden, Scheunen oder Nistkästen an. Hier darf es lediglich an guten Einflug-Möglichkeiten nicht mangeln. Längst ist er daher auch in städtischen Parkanlagen, Alleen, alten Scheunen, Burgen und Ruinen, Gärten oder auf Friedhöfen mit altem Baumbestand zuhause. Dabei kommt er uns Menschen recht nah, wenn er auch eher zu hören als zu sehen ist. Tagsüber versteckt er sich sowohl in Höhlen als auch gern in dichten Baumkronen oder immergrünen Efeugebüschen.

Qualität des Lebensraumes entscheidend für Bruterfolg

Der für die Arterhaltung entscheidende Bruterfolg hängt vor allem von der Qualität des Lebensraums im Revier ab. Das Fällen alter Höhlenbäume und eintönige Wälder und ausgeräumte Agrarlandschaften ohne Nahrung sind damit die größten Gefahren für einen gesunden Waldkauzbestand. Für den Schutz des Waldkauzes gilt es daher in erster Linie, höhlenreiche Altholzbestände sowie bekannte Brutbäume zu erhalten und zu fördern – sowohl im Wald als auch in Parks und Gärten.


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