Gefahren für den Waldkauz und sein Schutz

Weltbestand des Waldkauzes ist stabil, der Trend aber unklar

Drei Waldkäuze in der Vogelauffangstation Regenstauf (Foto: Ferdinand Baer)
Drei Waldkäuze in der Vogelauffangstation Regenstauf (Foto: Ferdinand Baer)

Der Waldkauz ist fast überall in Europa zu finden. Nur in Irland, Nordskandinavien sowie im europäischen Russland fehlt er. Außerhalb Europas besiedelt er Teile Westsibiriens, das Atlasgebirge in Nordafrika, Teile der Türkei und des Irans sowie den Libanon und Israel. Der europäische Brutbestand wird auf 530.000 bis 940.000 Brutpaare geschätzt. Weltweit gibt es damit etwa 700.000 bis 1,2 Millionen Brutpaare. Europaweit können zumindest in den letzten 25 Jahren keine Bestandsveränderungen festgestellt werden.

Der Bestand des Waldkauzes in Deutschland wird langfristig als stabil eingeschätzt. Genauere Daten liegen ab 1988 vor. Demnach war von 1988 bis etwa 1997 ein deutlicher Rückgang festzustellen, seitdem hält sich der Bestand aber wieder auf konstanter Höhe mit den üblichen jährlichen Schwankungen, die durch den Bruterfolg und die Nahrungsverfügbarkeit im Winter entstehen. Der Bestandstrend des Waldkauzes wird im Rahmen des „Monitoring Greifvögel und Eulen in Europa“ von freiwilligen Vogelkundlern in immer gleichen Untersuchungsgebieten erfasst. Geht die Zahl der Reviere in diesen Gebieten zurück oder steigt an, so ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit in ganz Deutschland der Fall. 

Kollisionen bei der Jagd nicht unüblich

Oft wird er Opfer des Straßenverkehrs
Oft wird er Opfer des Straßenverkehrs

Kollisionen mit künstlichen Hindernissen verschiedener Art machen fast zwei Drittel aller Todesfälle aus. Davon ist die Hälfte auf den Straßenverkehr zurückzuführen, von dem der Waldkauz im Vergleich zu anderen Vogelarten besonders stark betroffen ist. Auf den vegetationsfreien und im Winter meist schneefreien Straßen können die Käuze querende Mäuse leicht erbeuten. Beim Abflug vom Ansitz auf Straßenbegrenzungspfosten kollidieren sie oft mit herannahenden Autos.

Genauso häufig sind Kollisionen mit Zäunen, Stromleitungen und Bahntrassen, deren dünne Drähte die Vögel im nächtlichen Flug nicht rechtzeitig erkennen können. Deutlich abgenommen haben in jüngster Zeit glücklicherweise die Unfälle durch Stromschlag an Stromleitungen, da in Deutschland alle in dieser Hinsicht besonders gefährlichen Mittelspannungsmasten inzwischen so gesichert werden müssen, dass auch große Vögel keine tödlichen Kurzschlüsse mehr auslösen.

Waldkäuze verunglücken zudem recht häufig auf der Suche nach geeigneten Brut- und Schlafhöhlen in engen glattwandigen Kaminen und Lüftungsschächten, aus denen sie nicht mehr entkommen können.

Hauptfaktor Lebensraum: Die Qualität ist entscheidend

Entscheidend für den Bruterfolg sind reiche Altholzbestände (Foto: Rosl Rössner)
Entscheidend für den Bruterfolg sind reiche Altholzbestände (Foto: Rosl Rössner)

Für den Schutz des Waldkauzes gilt es in erster Linie, höhlenreiche Altholzbestände sowie bekannte Brutbäume zu erhalten und zu fördern – sowohl im Wald als auch in Parks und Gärten. Mindestens fünf Prozent der deutschen Waldfläche sollen bis 2020 komplett nutzungsfrei bleiben. Werden die verbleibenden Flächen naturnah bewirtschaftet, findet unser Jahresvogel beste Bedingungen. Erhaltenes Totholz sichert ihm Nahrung und Versteck. Nicht abgeholzte, alte Bäume sind ideale Brutplätze für den Nachwuchs. Gerade in großen Wäldern der zahlreichen EU-Vogelschutzgebiete sollten entsprechende Maßnahmen gefördert werden. Alte Höhlenbäume in Siedlungen müssen vor der übertriebenen Umsetzung der Verkehrssicherungspflicht geschützt werden.

Mit geeigneten Nistkästen kann die Zahl der Brutpaare in einem Gebiet stark erhöht werden. Da kleine Eulen wie Sperlings-, Raufuß- oder Steinkäuze vom Waldkauz besiedelte Reviere meiden, sollten diese Gebiete nicht gezielt gefördert werden. Auch der Verzicht auf Mäusegifte (Rodentizide) und andere Umweltgifte in Gärten und im öffentlichen Grün hilft unserem Jahresvogel. Außerdem muss die offene Ausbringung von Mäusegift im Wald und in der Agrarlandschaft weiterhin verboten werden.


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