Habicht - der Vogel des Jahres 2015

Zielart Nummer eins der illegalen Greifvogelverfolgung

Der Habicht: Vogel des Jahres 2015 (F: R. Roessner)
Der Habicht: Vogel des Jahres 2015 (F: R. Roessner)

2015 stellen wir Ihnen als Jahresvogel wieder eine bedrohte Art vor. Da der Habicht Zielart Nummer eins der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland ist, wollen wir dieses Jahr nutzen, um die Verfolgung ganz besonders ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Denn illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind nach wie vor trauriger Alltag.

Den Habicht von Bussard und Sperber unterscheiden

Wer den Jahresvogel beobachten möchte braucht Geduld, denn oft ist dieser scheue Waldvogel nur für Sekunden während seiner Jagdflüge zu sehen. In der Größe mit einem Bussard vergleichbar, ist der Habicht vor allem mit seinem langen Schwanz und der im Flug gut sichtbaren hell-dunkel - quer gebänderten Unterseite gut zu erkennen. Von dem ihm ähnlichen Sperber, ist der Habicht vor allem dadurch zu unterscheiden, dass unser Jahresvogel deutlich größer ist als sein Verwandter.

Der Habicht frisst gerne Krähen und balzt spektakulär

Der Habicht frisst gerne Rabenvögel wie Krähen und Elstern. (F: Z. Tunka)
Der Habicht frisst gerne Rabenvögel wie Krähen und Elstern. (F: Z. Tunka)

Der Körperbau des Habichts ist perfekt an schnelle Kurzstreckenflüge angepasst: Breite, relativ kurze und abgerundete Flügel, der lange Schwanz und seine kraftvolle Muskulatur machen ihn zu einem überlegenem Schnellstarter und verleihen ihm eine besondere Wendigkeit. So kann er auch blitzschnell auf seine Maximalgeschwindigkeit beschleunigen und punktet gerne mit Überraschungsangriffen aus der Deckung heraus. Dabei bevorzugt er vor allem lebendige Beute und greift nur bei knappem Angebot auf Aas zurück. Als Hauptnahrung gelten Straßen- und Ringeltauben sowie Krähen, Elstern, Eichelhäher und andere Rabenvögel, wobei er sich aber sehr danach ausrichtet, was in seinem Revier zahlreich vorkommt. Wie alle Greifvögel fängt der Habicht sehr häufig kranke, geschwächte oder unerfahrene Tiere. Dies gibt ihm eine sehr wichtige Rolle im Rahmen der natürlichen Auslese


Mit etwas Glück ist zur Paarungszeit im Spätwinter der spektakuläre Balzflug der Habichte zu sehen, was eine gute Möglichkeit ist die scheuen Jäger "live" zu erleben. Atemberaubende Sturzflüge und schroffe Wendungen bieten ein einmaliges Naturschauspiel.

In Bayern leben noch ca. 2.500 Habicht-Paare

Vogel des Jahres 2015 (F: C. Neumann)
Vogel des Jahres 2015 (F: C. Neumann)

Das Verbreitungsgebiet der Habichte erstreckt sich von Europa durch das nördliche Asien bis nach Nordamerika. Der europäische Bestand wird auf 185.000 Brutpaare geschätzt, von denen ca. 11.500-16.500 Brutpaare in Deutschland und ca. 2.500 hier bei uns in Bayern leben. Der Habicht ist neben dem Mäusebussard der am meisten verfolgte Greifvogel, mit nach wie vor steigender Tendenz. 

Deshalb fordert der LBV:

  • Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt.                                 Speziell geschulte Einheiten und Koordinationsstellen bei der Polizei und Naturschutzbehörden sollen in allen Bundesländern eingerichtet werden.
  • Ausnahmegenehmigungen für den Abschuss oder Fang dürfen nicht mehr erteilt werden.
  • Aushorsten von jungen Habichten für die Falknerei in freier Natur darf nicht mehr zugelassen werden.
  • Auch der Verkauf von Habichtfangkörben muss verboten werden.
  • In der Umgebung von Greifvogelnestern sind Horstschutzzonen einzurichten.

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Ihr Ansprechpartner

Fragen zum Jahresvogel 2015 beantwortet Ihnen:

Dr. Andreas von Lindeiner

Tel.: 0 91 74 / 47 75 - 30
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