Streit um Nationalpark im Spessart

Gebiet nun aufgrund des Widerstandes ausgeschlossen

Schützenswerter Buchenwald (Foto: Dr. Chr. Moning)
Schützenswerter Buchenwald (Foto: Dr. Chr. Moning)

Die Diskussion um einen dritten Nationalpark in Bayern ist in vollem Gange. Als eine von mehreren Optionen war ein Nationalpark im Spessart im Gespräch. Aus unserer Sicht ist der Spessart aus fachlichen Gründen eines der am besten geeigneten Gebiete, geht es hierbei doch um eines der größten Laubwaldgebiete Deutschlands und ältesten Waldgebiete Mitteleuropas. Wir bemühten uns im Spessart um einen sachlichen und friedlichen Dialog. Für uns war es wichtig, dass die Gespräche vor Ort fachlich fundiert und konstruktiv geführt werden.

18.07.2017 - Spessart als bester Kandidat ausgeschlossen

Neben großer Enttäuschung sehen wir in der Entscheidung des Bayerischen Kabinetts zur engeren Auswahl der verbleibenden Kandidaten für einen dritten Nationalpark in Bayern auch etwas Positives. Wir wollen die Situation nicht schönreden. Die Herausnahme des Spessarts aus der Liste der Kandidaten ist eine rein politische Entscheidung und daher schwer hinnehmbar, da die Region für einen Nationalpark naturschutzfachlich am besten geeignet ist. Jedoch erkennen wir den klaren Willen des Kabinetts zu einem dritten Nationalpark an.

Die Natur auf einer so großen Fläche sich selbst zu überlassen war vor einem Jahr noch überhaupt kein Thema. Dass überhaupt gegen den zum Teil massiven Widerstand, zum Beispiel des Bauernverbands, ein klares Bekenntnis der Staatsregierung zu einem dritten Nationalpark in Bayern besteht und nun an der Donau und in der Rhön die Suche vorangetrieben wird, ist positiv zu bewerten.

Rhön und Donauauen sind noch im Rennen

Für den Spessart fordern wir dringend die im Bericht zur Kabinettssitzung erwähnten zusätzlichen „substanzielle Maßnahmen zur Förderung des Natur- und Artenschutzes". An der Entwicklung von Vorschlägen werden wir uns beteiligen und fordern eine umfassende gemeinsame Lösung für den Schutz der wichtigsten Flächen in Rhön und Spessart.

Als verbleibender Nationalpark-Kandidat hat die Rhön aufgrund ihrer Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen aus unserer Sicht ein großes Potential. Es wird aber lange dauern, bis wir in der Rhön die bereits vorhandene naturschutzfachliche Qualität der Fläche im Spessart erreichen werden. 


Was das mögliche Gebiet der Donauauen angeht, müsste zunächst eine Machbarkeitsstudie zeigen, ob überhaupt ausreichend Fläche für einen Nationalpark zur Verfügung stünde. Der Lebensraum der Donauauen ist einzigartig und ein Auwald-Nationalpark wäre ein Novum und das erste Schutzgebiet dieser Art in Deutschland. 


In Bezug auf bundesländer-überschreitende Gebiete fordern wir, dass Flächen außerhalb Bayerns nicht zu den im Bayerischen Naturschutzgesetz festgelegten 10.000 Hektar gezählt werden, sondern zusätzlich in einen Nationalpark integriert werden können.


13.07.17: Pressekonferenz - Wiederholte Emnid-Umfrage zur Akzeptanz eines Nationalparks im Spessart

Wie bereits im März hat der LBV zusammen mit BN, WWF und Greenpeace erneut eine repräsentative Emnid-Umfrage im Spessart beauftragt. Die Ergebnisse wurden am 13.07.17 in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt.

Die Umfrage zeigt, dass nach wie vor über 70 Prozent der Befragten einem dritten Nationalpark in Bayern positiv gegenüberstehen, lediglich 20 Prozent lehnen die Idee ab. Konkret auf einen Nationalpark im Spessart angesprochen, fanden auch diesmal über die Hälfte der Beteiligten (66 Prozent) die Idee als (sehr) gut. Trotz der medienwirksam organisierten Proteste der Nationalpark-Gegner, hat sich an der Zustimmung der Bevölkerung für einen Nationalpark im Spessart nichts geändert!


Zum Download finden Sie hier die Umfrageergebnisse und die gemeinsame Pressemitteilung der Naturschutzverbände:


14.03.17: Pressekonferenz - Emnid-Umfrage zur Akzeptanz eines Nationalparks im Spessart

Der LBV hat zusammen mit BN, WWF und Greenpeace eine repräsentative Emnid-Umfrage im Spessart beauftragt. Die Ergebnisse wurden am 14.03.17 in einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt. 
Die Umfrage zeigt, dass über 70 Prozent der Befragten einem dritten Nationalpark in Bayern positiv gegenüberstehen, lediglich 20 Prozent lehnen die Idee ab. Konkret auf einen Nationalpark im Spessart angesprochen, fanden auch diesmal über die Hälfte der Beteiligten (64 Prozent) die Idee als (sehr) gut. Außerdem ergab die Umfrage, dass Unwissenheit der Hauptgrund für eine ablehnende Haltung gegenüber einem Nationalpark im Spessart ist.

Zum Download finden Sie hier die Umfrageergebnisse, die gemeinsame Pressemitteilung der Naturschutzverbände und die Präsentation zu der Pressekonferenz mit der Kurzfassung der Umfrageergenisse und einem 5-Punkte-Forderungskatalog.

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Mehr Informationen zum 3. Nationalpark finden Sie beim Bayerischen Umweltministerium, wie z.B. die häufigsten Fragen und Antworten

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