Das DBU-Projekt

Forschung für den Feldhamsterschutz

stehengelassene Getreidestreifen bieten Deckung und Nahrung
stehengelassene Getreidestreifen bieten Deckung und Nahrung

In Mainfranken - dem letzten verbliebenen Verbreitungsgebiet des Feldhamsters in Bayern - versucht man dem fortschreitenden Rückgang der Bestände mit diversen Maßnahmen zu begegnen. Man möchte vorhandene Lebensräume optimieren, Wanderungshindernisse beseitigen und Lebensraumverluste ausgleichen. Die bislang umgesetzten Maßnahmen sind aber nicht nur der berühmte 'Tropfen auf den heißen Stein': Bis vor kurzem war auch unsicher, welche Wirkung diese Maßnahmen überhaupt entfalten können.

 

Das hat sich nun geändert: Von 2007 bis 2010 hat der LBV in einer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) und der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung finanzierten Studie die Wirksamkeit gängiger Schutz­maßnahmen überprüft, sie weiterentwickelt und Empfehlungen zur Gestaltung künftiger Schutz- und Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet.

 

Die zentrale Herausforderung für den Feldhamsterschutz in Bayern ist nun, diese Erkenntnisse umzusetzen und Maßnahmen, die sich als wirkungsvoll erwiesen haben, in die Flächen zutragen - damit der Feldhamster in Bayern eine Zukunft hat!

 

Ziel: Effizienzsteigerung für Schutzmaßnahmen

Das Projekt sollte und konnte eine ganze Reihe von unmittelbar schutzrelevanten Fragestellungen beantworten, insbesondere,

Ertappt: Mit modernster Videotechnik wurde die Nutzung verschiedener Straßendurchlässe durch Feldhamster dokumentiert
Ertappt: Mit modernster Videotechnik wurde die Nutzung verschiedener Straßendurchlässe durch Feldhamster dokumentiert
Etliche Feldhamster wurden mit Peilsendern versehen. Deren Signale erlauben, alle Bewegungen der Tiere zu verfolgen und zu dokumentieren, von welcher Bewirtschaftung sie am meisten profitieren.
Etliche Feldhamster wurden mit Peilsendern versehen. Deren Signale erlauben, alle Bewegungen der Tiere zu verfolgen und zu dokumentieren, von welcher Bewirtschaftung sie am meisten profitieren.
  • welche Typen von Durchlässen die isolierende Wirkung großer Straßen auf Populationen des Feldhamsters mindern und den genetischen Austausch in zer­schnittenen Populationen am besten sicherstellen können.
  • ob das immer wieder als vermeintlich 'schonende' Methode zur Vergrämung von Feldhamstern im Vorfeld von Baumaßnahmen angepriesene 'Schwarzpflügen' diesem Anspruch überhaupt gerecht werden kann.
  • wie groß die Wirkung verschiedener mutmaßlich hamsterfreundlicher Bewirtschaftungsformen auf den Feldhamster tatsächlich ist.
  • wie die derzeit angewendeten und staatlich geförderderten Schutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen verbessert und wirksamer gestaltet werden können.

Unumgänglich: Hamsterschutz in der Fläche

Das DBU-Vorhaben hat gezeigt, dass wirkungsvoller Feldhamsterschutz schon mit einfachen Maßnahmen möglich ist - ohne spezielle Schutzflächen aus der Nutzung zu nehmen, nur mit geringfügigen Anpassungen einer konventionellen landwirtschaftlichen Nutzung. Es ist dort aber auch deutlich geworden, dass solche einfachen, produktionsintegrierten Maßnahmen in Hamsterlebensräumen nicht nur punktuell realisiert werden dürfen, sondern von vielen Landwirten auf vielen Ackerflächen aufgegriffen werden müssen, wenn es gelingen soll, die Hamsterbestände zu stabilisieren.

 

Ein Demonstrationsprojekt, in dem wir zeigen wollen, dass in einer engen Zusammenarbeit mit Landwirten vor Ort ein solcher wirksamer Feldhamsterschutz keine Illusion sein muss, ist derzeit in Planung.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Ihr Ansprechpartner

Ihre Fragen zum Schutz des Feldhamsters beantwortet Ihnen:

Ulrich Lanz

Tel.: 0 91 74 / 47 75 - 31
E-Mail

Unsere Partner
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Gregor-Louisoder-Umweltstiftung


LBV QUICKNAVIGATION