Seit über 40 Jahre: Alpenplan in Bayern

Seine Bedeutung - Keine Neuerschließungen am Riedberger Horn

Die Naturschutzverbände am Riedberger Horn (Bild: LBV)
Die Naturschutzverbände am Riedberger Horn (Bild: LBV)

Der Alpenplan regelt seit über 40 Jahren die Erschließung des Bayerischen Alpenraums. Er ist ein landesplanerisches Instrument für die nachhaltige Entwicklung und Steuerung der Erholungsnutzung im bayerischen Alpenraum. Er regelt die Zulässigkeit von Verkehrserschließungen (z.B. Seilbahnen oder Pisten). In der strengsten Schutzkategorie, der Zone C (1868,4 km2 /42 % des bayer. Alpenraumes) sind neue Erschließungen wie Straßen, Liften oder Skipisten grundsätzlich unzulässig. In der Zone B (976,6 km2 / 23 %) sind Erschließungen nur unter Berücksichtigung eines strengen Maßstabs möglich. In der Zone A (1548,3 km2, 35 % des bayer. Alpenraums) ist die Errichtung weiterer Erschließungsanlagen grundsätzlich möglich. Allerdings sind Vorhaben auch in der Zone A auf ihre Raum- und Umweltverträglichkeit zu überprüfen. Am 1. September 2012 feierten die bayerischen Naturschutzverbände am Riedberger Horn das 40-jährige Jubiläum des Alpenplans.

 

Der Alpenplan muss deshalb so erhalten bleiben wie er vor über 40 Jahren beschlossen wurde. Bisher wurde in der Geschichte des Alpenplanes noch keine Ausnahmegenehmigung erteilt. Auch das Riedberger Horn (Zone C) im Landkreis Oberallgäu ist wegen des Alpenplanes noch nicht von Skiliften erschlossen, obwohl Liftbetreiber dort derzeit wieder eine Skischaukel planen. Die Lifte würden einen Berg zerstören, von dem Luis Trenker schon sagte, es sei der schönste Skitourenberg Deutschlands. Die Bayerischen Natur- und Bergsportvereine feierten deshalb den Geburtstag des Alpenplanes am Riedberger Horn. Sie forderten, dass es auch in Zukunft keine Verkleinerungen oder Ausnahmegenehmigungen beim Alpenplan geben darf.

 

Der größte Teil der Urlauber kommt wegen der Landschaft und des Naturerlebnisses in die bayerischen Alpen, wie zahlreiche Studien belegen. Dabei steht das Wandern an oberster Stelle der Aktivitäten. Um dieser Mehrheit der Gäste entsprechenden Naturgenuss zu ermöglichen, wurde in vorausschauender Weise 1972 der sog. Alpenplan ausgearbeitet. Die darin festgelegten Ruhezonen haben bis heute herausragende Destinationen für den naturnahen Tourismus gesichert. Neben dem Riedberger Horn im Allgäu konnten in Oberbayern z.B. der Watzmann, die Rotwand, der Hochgern, der Inzeller Kienberg oder die Alpspitze bei Garmisch von geplanten Bergbahnerschließungen verschont bleiben.

 

Im Allgäu versuchen Liftbetreiber aktuell wieder eine Skischaukel über das Riedberger Horn zu bauen. Damit würde nicht nur ein äußerst attraktives naturtouristisches Ziel zerstört, sondern auch ein ganz besonders wertvolles Biotop in den Allgäuer Alpen vernichtet. Ein solch einzigartiges Mosaik an unterschiedlichen seltenen Lebensräumen, die einer Vielzahl geschützter Tier und Pflanzenarten Heimat bieten, findet sich nur an wenigen Orten im Allgäu. Für das Birkhuhn ist das Riedberger Horn der wichtigste Lebensraum in den Allgäuer Bergen westlich der Iller.

 

Eine erstmalige Ausnahme von den Zielen des Alpenplanes von 1972 wäre ein Präzedenzfall für ganz Bayern. Die an der Feier teilnehmenden Umwelt- und Bergsportverbände forderten den für den Alpenplan zuständigen bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil auf, den Alpenplan nicht anzutasten und keinerlei Ausnahmegenehmigungen zu erteilen.


Riedberger Horn

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