Die Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel

Aktuelle Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2017

An dieser Stelle erfahren Sie immer die aktuellsten Entwicklungen rund um die Stunde der Gartenvögel. Welcher Vogel liegt vorn, welcher holt gegenüber den letzten Jahren auf? Welche seltenen Arten wurden bereits gesichtet?


Endergebnis Stunde der Gartenvögel: Wenig Spatz, viel Katz

Haussperling und Katze (Foto: Tobias Lindenmeier und Peter Bria)
Haussperling und Katze (Foto: Tobias Lindenmeier und Peter Bria)

01.06.17 - Auch wenn der Haussperling weiterhin der am häufigsten beobachtete Vogel in Bayerns Gärten bleibt, stagniert sein Bestand und nimmt bayernweit vor allem in den Stadtzentren ab. Ein Aufschwung beim Spatz ist nicht in Sicht. So ist es im Stadtgebiet von München nur noch eine Frage der Zeit, bis er nicht einmal mehr zu den fünf häufigsten Gartenvögeln zählt. Im gesamten Freistaat wurde der Allerweltsvogel nur noch in zwei Drittel der Gärten beobachtet, wo hingegen die zweitplatzierte Amsel fast überall vorkam. Deshalb starten wir ab jetzt eine Folgeumfrage zum Spatz in Bayern. Über 10.000 bayerischen Naturfreunde beteiligten sich dieses Jahr an der gemeinsamen Bürgerforscher-Aktion von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU. Nach der Premiere 2005 gab es in diesem Jahr die größte Beteiligung an der "Stunde der Gartenvögel".

Folgeumfrage zum Spatz in Bayern

Der Haussperling findet immer weniger Brutplätze
Der Haussperling findet immer weniger Brutplätze

Zwar ist der Spatz in allen bayerischen Regierungsbezirke der meistgezählte Vogel, das Bild ändert sich allerdings, wenn man die Entwicklung des Haussperlings in Stadtzentren wie in Erlangen, Schwabach und Kaufbeuren betrachtet. In Coburg oder Hof liegt er sogar nur noch auf Platz 4 und trauriges Schlusslicht ist wie seit Jahren München mit Platz 5. Die intensive Bautätigkeit und Flächenversiegelung in den Stadtkernen machen ihm offensichtlich so stark zu schaffen, dass er sich in die Randbereiche zurückzieht.

Ein wahres Spatzenparadies hingegen ist Neustadt an der Aisch, hier beobachteten die Teilnehmer im Vergleich zu München dreimal so viele Haussperlinge. Kein Wunder, denn dort wurden bayernweit auch die meisten Spatzenhecken und -bruten gemeldet. An zwei Drittel der Neustädter Häuser brüten Haussperlinge. Im gesamten Freistaat hingegen ist das nicht mal mehr an der Hälfte der Häuser der Fall. Auch hier ist München trauriges Schlusslicht, da der Vogel lediglich an jedem zehnten Haus in der Landeshauptstatt eine Wohnung findet.

Immerhin haben bayernweit noch Dreiviertel der Teilnehmer Spatzenhecken in ihrem Garten: ein gutes Zeichen, dass der Lebensraum der Spatzen oft noch vorhanden ist, obwohl es für sie immer weniger Nistmöglichkeiten gibt. Durch mehr Toleranz für brütende Sperlinge am Haus und dem Anbringen von künstlichen Nisthilfen kann jeder dem Bestandsrückgang der kleinen Vögel entgegenwirken, damit bald wieder in ganz Bayern mehr Spatzen von den Dächern pfeifen. 


Um genauere Informationen über den Lebensraum der letzten Spatzen in Bayern zu bekommen, führen wir jetzt eine weitergehende Folgeumfrage durch, an der sich alle Naturfreunde beteiligen können. Die hohe Beteiligung an der Stunde der Gartenvögel zeigt, dass vielen Menschen der Zustand der Vogelwelt und somit der Natur vor ihre Haustür wichtig ist.

Fast in jedem Garten halten sich Katzen auf

Katze lauert Vögeln auf
Katze lauert Vögeln auf

Neben Vögeln erfassen wir auch das Auftreten von Katzen. So zeigen die Daten, dass fast jeder bayerische Garten oft, wenn nicht sogar täglich Besuch von einer Katze bekommt. Dieser gerade im Siedlungsbereich unnatürlich hohe Jagddruck, der nachweislich allein schon durch die Anwesenheit der Katzen auf die Tierwelt im Garten ausgeübt wird, ist eine Gefahr für Vögel, Insekten, Eidechsen und andere Amphibien. Wir empfehlen deshalb eine abwechslungsreiche Gartengestaltung mit vielen Versteckmöglichkeiten für Gartentiere, um das Zusammenleben zu verbessern. Zusätzlich bitten wir jeden Katzenhalter dazu beizutragen, die Vermehrung von besitzerlosen und wilden Katzen zu vermeiden und unbedingt die eigenen Tiere kastrieren oder sterilisieren zu lassen.

 Auf den Plätzen 2 (Amsel) und 3 (Star) hat sich zum Vorjahr nichts verändert. Rang 4 hingegen sicherte sich dieses Jahr mit einem guten Vorsprung der Feldsperling. Die Kohlmeise hingegen musste sich mit Platz 5 der bayerischen Vogelcharts begnügen. Obwohl sie somit einen Rang zum Vorjahr verlor, lässt sich ihr winterliches Ausbleiben durch geringen Winterzuzug aus dem Norden und Osten, als auch durch einen schlechten Bruterfolg 2016 erklären. Es folgen wie auch im Vorjahr Blaumeise (6.), Elster (7.) und Grünfink (8.). Die Liste der zehn in Bayern am häufigsten beobachteten Gartenvögel rundet der Buchfink ab.

Alle Endergebnisse können landkreisgenau auf www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de eingesehen werden. Interaktive Karten zeigen, wie sich eine Vogelart an einem ausgesuchten Ort oder Landkreis entwickelt hat.


Endergebnis 2016: Trauriger Rekord für Bayerns Mehlschwalben

Mehlschwalbe fehlt es bei uns zunehmend an Nahrung, Nistmaterial und Nistmöglichkeiten
Mehlschwalbe fehlt es bei uns zunehmend an Nahrung, Nistmaterial und Nistmöglichkeiten

10.06.16 – Die beiden Flugkünstler Mehlschwalbe und Mauersegler sind die Verlierer der „Stunde der Gartenvögel Plus“ 2016 in Bayern. Besonders schlecht bestellt ist es um die Mehlschwalbe, die zum ersten Mal in den zwölf Jahren der Mitmachaktion nicht mehr zu den häufigsten zehn bayerischen Gartenvögeln zählt. Mit Platz elf bei der Mehlschwalbe und Platz 13 beim Mauersegler setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die sogenannten Gebäudebrüter gehören zum wiederholten Mal zu den Verlierern der gemeinsamen Bürgerforscher-Aktion von LBV und seinem bundesweiten Partner NABU. Wie in den Vorjahren bleibt in Bayern der Haussperling unangefochtener Spitzenreiter vor der Amsel und der Kohlmeise. Exoten wie der Bienenfresser nehmen zu. >> Hier mehr erfahren




Gartentiere PLUS 2016

In diesem Jahr fragt der LBV bei der Stunde der Gartenvögel Plus nach den Vorkommen von Erdkröte, Zauneidechse, Hornisse und Katze. >> Lesen Sie mehr...


Deutschlands große Sommervogelzählung von 12.-14. Mai 2017

Mitmachen ist ganz einfach: Sie zählen eine Stunde lang Ihre Vögel und die zusätzlichen Tiere (falls nötig) und melden diese Zahlen. >> Lesen Sie mehr...


Ergebnisse der Vorjahre

Seit 2004 ruft der LBV zur Vogelzählung bei der Stunde der Gartenvögel auf. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der letzten Jahre. >> Lesen Sie mehr...


Welche Vögel liegen in Ihrem Landkreis vorne? Sehen Sie nach! >> lesen Sie mehr ...

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