LBV MAGAZIN 3|23 21 FOTOS: MICHAEL SCHÖDL (4) In Bayern gibt es 267 Skigebiete mit 834 Kilometer Piste, die durch 662 Lifte erschlossen sind. Die meisten Skigebiete sind klein und haben Anspruch auf eine Subvention durch die Seilbahnförderrichtlinie. Damit werden Modernisierungsvorhaben mit bis zu 35 Prozent der Kosten bezuschusst. Dazu gehört zum Beispiel auch die Errichtung von Beschneiungsanlagen. Aktuell sind neun Anlagen in Planung. Seit 2009 wurden 46 Investitionsvorhaben mit 91,1 Millionen Euro über die Seilbahnrichtlinie gefördert. Kann es sich die Gesellschaft heute noch leisten, dafür Geld auszugeben? Aktuell zeigt sich am Jenner, dass das trotz massiver Förderung keine Zukunftsperspektiven für unsere Alpen sind. MICHAEL SCHÖDL LBV-Alpenreferent E-Mail: michael.schoedl@lbv.de Das sind die Folgen dieser Nutzung von Steuergeldern 1. Weitere Erhöhung der Besucherkapazitäten in den Skigebieten Sommer wie Winter steigt der Freizeitdruck auf die Berge. Im Winter sind die meisten Skifahrerinnen und Skifahrer auf das Pistengebiet beschränkt, im Frühjahr und Sommer – der Brut- und Aufzuchtzeit der Alpentiere – verteilen sich immer mehr Menschen um die Bergstationen. Das führt zu mehr Störungen auf großer Fläche. Auch braucht es offenbar eine „Beschäftigungstherapie“ durch freizeitparkähnliche Bauten (damit man sich nicht gegenseitig auf den Füßen steht). Der Freizeitrummel nimmt zu. 2. Wachsender Flächenverbrauch Eine Modernisierung von Skianlagen bedeutet meist Neubau, d.h. die alten Trassen und Stützen werden verändert. Vor allem aber die begleitende Infrastruktur wie Speicherteiche, Schneileitungen und Funparks verbrauchen wertvolle Fläche. 3. Gestörter Wasserhaushalt Statt Wasser im Winter in Speicherbecken zu pumpen oder als Schnee zu verrieseln, sollte es in den Bächen verbleiben und die Flora und Fauna im Tal erreichen. Pistenveränderungen und der Einbau der Schneileitungen verändern die ursprünglichen unterirdischen Wasserabläufe. Speicherteiche sind aufgrund ihrer Bewirtschaftung außerdem Fallen für Amphibien. 4. Energieverschwendung Die Anlagen zur Schneeerzeugung brauchen viel Energie. Man macht also Schnee, weil es aufgrund der Klimaerwärmung weniger gibt, und heizt damit wiederum das Klima weiter auf. Und das nur, um auf einem weißen Band in sonst schneeloser Landschaft ins Tal zu fahren.
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