FOTOS: HERSTELLER T E C HN I K OLIVER WITTIG ist gemeinsam mit seiner Frau seit vielen Jahren aktiv im Naturschutz tätig. Er interessiert sich darüber hinaus für Naturbeobachtung und -dokumentation. E-Mail: oliver.wittig@lbv.de Wildtierbeobachtung rund um die Uhr Wildtierkameras werden immer beliebter. Ob zur Beobachtung eines Futterplatzes im Garten, der nächtlichen Gäste auf der Terrasse oder der Besucher am Amphibienteich. Die Kamera läuft 24 Stunden am Tag und die Ergebnisse können später am Bildschirm in aller Ruhe ausgewertet werden. Wildtierkameras für Naturfreunde Die Auswahl an Wildtierkameras ist riesig geworden. Preisportale im Internet listen mittlerweile weit über 100 Modelle von unter 40 Euro bis über 1.000 Euro auf und zusätzlich gibt es ständig Angebote in Supermärkten. Hier ein paar wichtige Kriterien, worauf Sie beim Kauf achten sollten: 1. Bildauflösung: 5 Megapixel sollten es sein, 10 Megapixel sind ausreichend, mehr bringen keine wesentlich detailreicheren Bilder, dafür aber Rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen. Für Video ist HD bzw. Full-HD-Auflösung sinnvoll. 2. Anbringung: Ist ein Baumstativ oder ähnliches dabei? Oder muss Montagematerial extra angeschafft werden? 3. Bewegungssensor: Manche Geräte erfassen nur Tiere bis wenige Meter Entfernung, andere Wärmesensoren reichen bis zu 30 Meter weit. 4. Blitzlicht: Wie weit reicht es? Ist es ein unsichtbarer Infrarotblitz oder wird das Objekt der Begierde durch das Blitzlicht gestört? Leuchtet der Blitz das gesamte Bild aus oder nur die Bildmitte? 5. Auslösezeit: Eine halbe Sekunde oder kürzer ist ideal. 6. Stromversorgung: Batterie- oder solarbetrieben mit Akku? Besteht die Option der externen Stromversorgung? 7. Datenauslese: Muss man eine Speicherkarte herausnehmen oder funktioniert die Datenübertragung bequem über Mobilfunk? Nach Recherche und eigener Erfahrung empfiehlt der Autor die „SpecialCam LTE“ von Seissiger für 289 Euro. Das Modell liefert eine gute Bildqualität, der Blitz ist unsichtbar, die Stromversorgung mit zwölf Batterien funktioniert auch im Winter. Dank einer mitgelieferten Spezial-SIM-Karte kann die Kamera über alle Mobilfunkprovider senden. Pro Bild fallen ca. zwei Cent für das Zusenden an Computer und/oder Handy an, Videoübertragungen sind entsprechend teurer. Die Einrichtung und Bedienung ist relativ unkompliziert, zusätzlich gibt es passendes Zubehör wie Diebstahlschutz. Für die bloße Überwachung des Gartenschuppens tut es natürlich auch ein billiges Gerät vom Discounter. Unbedingt beachten sollte man die Rechtslage, Stichwort DatenSchutzGrundVerOrdnung (DSGVO): Im eigenen Garten ist das einfach, so man nicht über den Zaun oder auf die Straße beobachtet. Im Wald jedoch muss ein berechtigtes Interesse, etwa Jagd, Tier- oder Artenschutz, vorhanden sein. Sollte die Kamera einen Wegbereich erfassen, also eine Fläche, die von Spaziergängern öfter begangen wird, so sollte man auf jeden Fall per Schild auf die Überwachung und den Zweck hinweisen. Bilder von zufällig erfassten Personen müssen gelöscht und dürfen keinesfalls veröffentlicht, auch nicht „privat“ gezeigt werden. Der IR-Blitz leuchtet das Bild gleichmäßig aus. Eine Wildtierkamera ist oft kaum zu erkennen. SEISSIGER Special-Cam LTE LBV MAGAZIN 2|23 47
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