LBV MAGAZIN 2|23 43 FOTO: XXXXXXXXXXXXXXXXXXX Schneckenhäuser Schnecken sind für die meisten Gartenbesitzenden eher lästig. Doch ihre Häuschen erzählen Geschichten. Unter 1.000 Weinbergschnecken mit rechtsherum gewundenem Gehäuse findet sich ein „Schneckenkönig“, dessen Haus linksherum gedreht ist. Schneckenhausbienen legen ihre Brutzellen in leeren Gehäusen an und tarnen diese dann mit unterschiedlichsten Pflanzenteilen. Steine, auf denen zerschlagene Schneckenhäuser liegen, verraten eine „Drosselschmiede“, den Fressplatz einer Singdrossel. Vögel und Nistmaterial Spannende Beobachtungen ergeben sich, wenn man Vögeln aktiv unterschiedliches Futter oder auch Nistmaterial anbietet. Wer sammelt Federn, wer Moos? Bekommt der Star den langen Zweig am Ende wirklich in seine Höhle? Beim Reinigen der Kästen gibt das Nistmaterial ebenfalls Aufschluss über die Bewohner. Technische Meisterwerke Tautropfen verleihen im Spätsommer und Herbst Spinnennetzen eine besondere Pracht. Auch erkennt man an diesen organisierten Gebilden unterschiedlich strukturierte Fäden – manche klebrig, manche nicht. An der Art des Netzes kann man seine Erbauerin bestimmen, etwa die Zebraspinne mit zickzackförmigen Segmenten oder die Baldachinspinne, deren Netze aus Fangdecken mit Stolperfäden bestehen. Spurensuche Viele Tiere im Garten bleiben unseren Augen verborgen. Wir finden aber ihre Spuren. Kleine Erdkügelchen im Gras sind Kothaufen von Regenwürmern. Fraßspuren in Blättern deuten auf Blattschneiderbienen, Käfer oder Raupen hin und in der Nähe der kleinen Nester von Feldwespen finden sich sicher feine Nagespuren an Holz. Ansammlungen von Nüssen und Samenkapseln zum Beispiel in einer „wilden Ecke“ verraten den Wohnort einer Waldmaus. Spuren im Schnee zeigen, wer im Garten unterwegs war und vielleicht sogar, was das Tier dort gemacht hat. Nachts im Garten Licht aus! Lautlos flattern Fledermäuse über die Terrasse und duftende Blüten locken Nachtfalter an. Lautes Rascheln und leises Schnauben verraten den Igel. Bei passender Temperatur beginnen die nachtaktiven Grillen mit ihrem Konzert, und wer Glück hat, sieht Glühwürmchen auf Brautschau leuchten, gekrönt vom Anblick einer Sternschnuppe hoch am Himmel. Insektenvielfalt Wer aufmerksam die Besucher beispielsweise auf Margeriten, Skabiosen oder Lavendel betrachtet, wird auch ohne große Artenkenntnis Bienen, Schwebfliegen, Hummeln und Schmetterlinge erkennen können. An gut besetzten Insektenhotels findet sich die metallisch schillernde, parasitisch lebende Goldwespe ein. Die Neugier, um welche Arten es sich genau handelt, könnte ein Einstieg in die Insektenbestimmung werden.
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