LBV MAGAZIN 2|23 25 FOTOS: PETER ZACH (4) Förder- und Forschungsprojekt Regentalaue Bereits in den 1970er Jahren begannen der LBV und der BN mit der Sicherung von Grundstücken für den Naturschutz. Ein Meilenstein war hierbei Mitte der 1980er Jahre der Ankauf des 31,5 Hektar großen Letten- und Angerweiherkomplexes durch den LBV. 1989 wurden das Rötelseeweihergebiet und die Regentalaue zwischen Cham und Pösing in das Förderprogramm des Bundes zur „Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ aufgenommen. Träger ist der Landkreis Cham. Die ursprüngliche Projektlaufzeit mit Grunderwerb und Umsetzung biotoplenkender Maßnahmen von 1989 bis 1998 wurde im Jahr 2001 wegen der hohen Bedeutung um weitere drei Jahre bis Ende 2003 verlängert. Seit 1990 haben der Landkreis Cham und der Freistaat Bayern knapp 450 Hektar Wiesen, Weiher und Äcker für Naturschutzzwecke erworben, darunter die besonders wertvollen Rötelseeweiher. Die Projektkosten von acht Millionen Euro trugen zu 75 Prozent der Bund, zu 15 Prozent der Freistaat Bayern und zu zehn Prozent der Landkreis Cham. 2009 stellte der Freistaat Bayern im Rahmen der Ausweisung der Regentalaue zum Naturschutzgebiet eine weitere Million Euro zum Ankauf von Flächen bereit. Parallel dazu begleiten seit den 1970er Jahren Alfons Fischer und Peter Zach (seit Mitte der 1980er Jahre mit Unterstützung von Jutta Vogl) die Entwicklung des Gebiets durch ein planmäßiges Brutvogel- und Rastvogelmonitoring von über 60 Arten, das mittlerweile über vierhunderttausend Datensätze umfasst. Schilfrohrsänger Stareneinflug Schwarzhalstaucherfamilie Silber- und Graureiher PETER ZACH Ornithologischer Betreuer der Regentalaue seit 1971 E-Mail: pet.zach@t-online.de 2014 die erfolgreiche Brut eines Stelzenläuferpaares am Angerweiher und 2015 die erste in Bayern nachgewiesene Fortpflanzung des Chileflamingos am Großen Rötelseeweiher. Zu den größten Sorgenkindern im Naturschutz gehören die Wiesenbrüter wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz. Durch die Intensivierung der Flächenbewirtschaftung und zunehmende Freizeitaktivitäten kam es auch in der Regentalaue zu einem deutlichen Bestandseinbruch. Negativ wirkte sich auch der starke Bestandsanstieg der Fuchspopulation aus, der zu einer erhöhten Gelege- und Jungvogelprädation führte. So schrumpfte der Kiebitz-Brutbestand von 260 Brutpaaren Ende der 1970er Jahre auf 121 Brutpaare 2022. Im gleichen Zeitraum sank die Uferschnepfenpopulation von 15 auf acht Brutpaare. Der Große Brachvogel als „Schirmart“ der Regentalaue verlor in den letzten 25 Jahren die Hälfte des Bestands und ist momentan nur noch mit 12 bis 15 Brutpaaren vertreten. Umfangreiche Schutzmaßnahmen und eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirt*innen konnten in den vergangenen zwölf Jahren die Wiesenbrüterbestände zumindest auf niedrigem Niveau stabilisieren bzw. leicht erhöhen. Durch die Neuanlage von Seigen- und Muldensystemen in Verbindung mit einer Verbesserung des Wasserhaushalts kehrte Ende der 1990er Jahre sogar der Rotschenkel zurück.
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