Diese beiden Projekte sind die größten Vogelzählungen in Bayern wie auch in ganz Deutschland. Da im Garten in der Regel nur die häufigsten heimischen Arten auftreten, sind beide Aktionen sehr gut für Laien und Hobby-Vogelbeobachter geeignet. An jeweils einem festgelegten Wochenende im Januar und im Mai kann jede und jeder zu einem frei gewählten Zeitpunkt eine Stunde lang Vögel erfassen und melden. Die beiden bundesweiten Langzeitstudien helfen uns, Trends und Veränderungen in Umwelt und Vogelwelt zu erkennen. Der Erfassungszeitraum liegt im Januar bzw. Mai. Die Meldung erfolgt über lbv.de. Beide Arten verbringen ihren Winter in Afrika und kommen ab April nach Bayern zurück. Während der Kuckuck häufig ist und vor allem über seinen Ruf wahrgenommen wird, ist der Wiedehopf eher ein seltener Gast, der aber aufgrund seines Aussehens sofort erkannt wird. Die beiden Aktionen haben unterschiedliche Ziele. Beim Kuckuck möchte der LBV herausfinden, ob sich die Ankunftszeit langfristig verändert und wo der Vogel in Bayern zu finden ist. Beim Wiedehopf geht es um die Erforschung des Zugwegs durch Bayern und die frühzeitige Erkennung möglicher Brutgebiete, in denen wir gezielt Maßnahmen für Schutz und Wiederansiedlung des prächtigen Vogels ergreifen können. Die Meldung beider Arten läuft jährlich ab April über lbv.de. Das gemeinsame Mitmachprojekt „Kleiner Specht – große Rolle“, vom LBV in Bayern und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Hessen koordiniert, geht ins dritte und letzte Jahr. Im Rahmen des Projekts wurden Ehrenamtliche mit fortgeschrittener Artenkenntnis für die Erfassung des Kleinspechts geschult. Diese findet auf einer festgelegten Route statt. Ziel des Projekts ist es, herauszufinden, ob das Insektensterben einen negativen Einfluss auf den Bestand des Spechts hat. kleinspecht.de Die „Königsdisziplin“ der Mitmachprojekte spricht versierte Vogelbeobachter*innen an, die ehrenamtlich viermal im Jahr auf einer ein Quadratkilomenter großen Dauerbeobachtungsfläche alle Vogelarten kartieren. Die deutschlandweit einheitliche Erfassung wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) koordiniert. In Bayern wird diese vom LBV koordiniert und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) finanziert. Die gewonnenen Daten werden regelmäßig vom DDA veröffentlicht. Sie dienen u.a. zur Beurteilung nachhaltiger Entwicklung durch die Bundesregierung und sind auch Bestandteil der Berichtspflichten im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie. lbv.de/dda-monitoring T H EMA Stunde der Wintervögel und Stunde der Gartenvögel Kleinspecht melden Monitoring häufiger Brutvögel Wiedehopf und Kuckuck melden Das Citizen-Science- und Kunstprojekt ist das erste dieser Art und das größte Mitmachprojekt zu Vogelstimmen in Deutschland. Zusammen mit dem Naturkundemuseum Bayern/BIOTOPIA LAB sammelt der LBV per Dawn Chorus-App jedes Jahr im Mai bayern- und sogar weltweit Vogelstimmenaufnahmen. Einfach einmal innehalten, den Klängen der Natur lauschen und sie aufnehmen. Ziel des Projekts ist es, Biodiversität anhand von Tonaufnahmen des Vogelkonzerts zu dokumentieren, um Veränderungen in der Umwelt erforschen zu können. Durch die Verknüpfung von Naturerleben, Wissenschaft und Kunst wollen die Kooperationspartner für die Natur begeistern, aber auch für Themen wie Biodiversitätsverlust und menschengemachten Lärm sensibilisieren. Dieses Jahr sind Teilnehmende unter dem Motto „Wohlbefinden durch Vogelbeobachtung“ aufgerufen, denselben Aufnahmeort immer wieder zum etwa selben Zeitpunkt aufzusuchen und den Vogelgesang aufzunehmen, gerne auch das ganze Jahr über. Die Vogelstimmen können am einfachsten mit der Dawn Chorus-App aufgenommen und hochgeladen werden. Mehr Infos unter: dawn-chorus.org Dawn Chorus: das Vogelkonzert am Morgen aufnehmen 20 LBV MAGAZIN 2|23
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