VOGELSCHUTZ 4-21
26 VOGELSCHUTZ 4|21 L B V V O R O R T Der LBV-Naturkenner und Förster Wolfgang Winter hatte sich zum Ziel gesetzt, den Teilnehmenden seiner natur- kundlichen Exkursion am Fischerberg in Almesbach nicht nur Mut zu machen, sich für die unendliche Vielfalt der Natur zu begeistern, sondern sich auch nicht davon ab- schrecken zu lassen. Sein Appell: Sie sollen sich selbst zu Artenkenner*innen machen und in eine faszinierende Wis- senswelt einsteigen, die jeden Spaziergang zu einer Entde- ckungstour werden lässt. Dabei gab es viel zu sehen, wofür nicht zuletzt der siebenjährige Leo Degasperi sorgte. Mit seinen Fragen „Warum glitzern manche Steine?“, „Was ist das für ein Strich auf diesem Blatt?“ oder mit den Fundstü- cken, die der Jungforscher auf dem Weg aufgesammelt hat – wie etwa den Überresten eines Ringeltaubeneis – fragte er Wolfgang Winter förmlich Löcher in den Bauch. Der konnte so die Zusammensetzung von Muscovit (oder Katzensilber) erklären, den Strich als Fraßspur einer Motte entlarven und Vermutungen zum Schicksal des Taubeneis anstellen. Nicht nur Leo, sondern auch die anderen Teilnehmenden zeigte nsich begeistert von der Artenvielfalt. VERENA BAUER NEUSTADT-WEIDEN | OBERPFALZ Durch Waldspaziergang zu mehr Artenkenntnis FOTOS: BERNHARD LANGENEGGER, SIEGFRIED BLESS, KG NEUSTADT-WEIDEN Das letzte Wechselkrötenvorkommen in Schwaben befindet sich auf einer Fläche der LBV-Kreisgruppe Augsburg. Über die Jahre ist es auf eine besorgniserregend kleine Population geschrumpft. Höchste Zeit, die Tongrube einer Generalüber- holung zu unterziehen und wieder perfekte Bedingungen für die bedrohte Art zu schaffen. Schon im letzten Winter haben deswegen Bagger und Raupenfahrzeug drei Tage lang groß- flächig Oberboden abgeschoben, Mulden geschaffen und Teiche teilentlandet. LBV-Aktive legten zudem ablassbare Folienteiche an, mähten Schilf, kümmerten sich um Versteck- möglichkeiten und überspannten Tümpel mit Netzen zum Schutz vor Fressfeinden. Nun wurden endlich wieder weib- liche Wechselkröten, Laichschnüre und viele Hüpferlinge be- obachtet. Ob es an den Maßnahmen, am feuchten Wetter oder an den bereits vor zwei Jahren aus einer behördlich ge- nehmigten Aufzucht eingebrachten 4.000 Kaulquappen lag, ist noch nicht klar. 2022 wird zeigen, ob sich der Aufwärts- trend der Wechselkröten fortsetzt. THERESA RAUNECKER AUGSBURG | SCHWABEN Renovierung für die Wechselkröte In ganz Bayern gibt es LBV-Kreisgruppen, die sich für den Schutz der Schleiereule einsetzen. Ein virtueller Austausch brachte sie erstmals „an einen Tisch“. Zum Thema „Wie sieht euer Schleiereulenkasten aus – Vorteile und Nachteile“ wurden ganz konkret die eingesetzten Nisthilfen diskutiert. Welche Maße verwendet ihr? Wie sieht eure Schattenwand aus? Wie hoch ist die Einflugöffnung über dem Boden? Wie kann ich meinen Kasten effektiv vor dem Marder schützen? Wie bringe ich den schweren Kasten unversehrt in lufti- ge Höhen? Welches Material verwendet ihr? Zu all diesen Fragen und noch mehr tauschten sich die Aktiven aus und berieten sich gegenseitig. Die wichtigsten Ergebnisse kön- nen bei der Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern unter nie- derbayern@lbv.de angefordert werden. Hier können sich auch Interessierte für den nächsten Austausch melden, der nächstes Jahr voraussichtlich unter dem Motto: „Wie sieht das Umfeld eines erfolgreichen Schleiereulenkastens aus“ stattfinden wird. RUTH WAAS ONLINE | NIEDERBAYERN Digitaler Schleiereulen-Stammtisch
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