VOGELSCHUTZ 2-21

FOTOS: PETRA ALTRICHTER (4), FREIMUT BRÜCKNER (2), GERHARD HÜBNER (1) Alle Ergebnisse der Kartierungen hat die Arbeitsgruppe Ende 2019 in dem Buch Die Tagfalter und Widderchen des Co- burger Landes veröffentlicht. Darüber hinaus finden im LBV-Schutzgebiet, dessen An - käufe vom Bayerischen Naturschutzfonds und der Stiftung Natur und Kinder von Klaus Habermaass gefördert wurden, weitere seltene Schmetterlinge wie Perlbinde, Kleiner Mager- rasen-Perlmuttfalter oder Schlehen-Zipfelfalter sowie die ge- fährdeten Heuschreckenarten Heidegrashüpfer und Warzen- beißer noch intakte Lebensräume. Letzterer hat am Osthang seine größte stabile Population im Landkreis und stimmt sei- nen an „Scherenschnippen“ erinnernden Gesang regelmäßig an. Ferner bietet das Gebiet auch botanisch einiges: große Bestände der Küchenschelle sowie Silberdistel und Mücken- händelwurz. Auf angrenzenden kargen Ackersäumen gedei- hen Sommer-Adonisröschen und Acker-Haftdolde. Großes Spektrum der Lebensraumtypen in der Region Eine gut gediehene Streuobstwiese kommt nun in die Er- tragsphase und wird hoffentlich reichlich Früchte liefern. Die Steilhänge sind meist mit lichtem Wald bestanden, der sukzessive aufgrund zunehmender Trockenheit oder wegen Borkenkäferbefall weiter zurückgehen wird. Auf solchen LBV-Flächen lassen wir der Natur weitgehend freien Lauf. Eine Besonderheit sind die vielen Kleinsteinbrüche, die nach der Nutzungsaufgabe leider zunehmend verbuschen. Im- merhin hat der LBV Zugriff auf zwei Steinbrüche und kann sie offenhalten, damit Schlingnatter und Zauneidechse gute Lebensbedingungen finden. Drei Pachtflächen im Nordwes - ten (1,4 Hektar) runden die LBV-Schutzgebietskulisse ab. Darunter befindet sich ein wahres Kleinod, das Kalkflach - moor bei Wellmersdorf. Dieser separate geschützte Land- schaftsbestandteil beherbergt typische Feuchtgebietsarten wie Sumpf-Stendelwurz, Sumpf-Herz- blatt und Sumpfschrecke. Ergänzt wird das Schutzgebietsszenario durch das private Engagement des LBV-Mitglieds Dr. Hubert Kluger, der auf der Ostsei- te des Fechheimer Bergs Wald besitzt, den er naturnah umgestaltet. Ferner hat er einen Quelltümpel sowie von Hecken gesäumte schmale Wiesenter- rassen erworben, die er naturschutz- gerecht mit Schafen beweiden lässt. Auch so können die Reste der alten, kleinteiligen Kulturlandschaft erhalten werden. VOGELSCHUTZ 2|21 33 Breitblättriges Wollgras (1) und Sumpf- Herzblatt (5) gedeihen prächtig im Kalk-Flachmoor. Auf den Magerrasen sind Silberdistel (3), Silber-Bläulinge (2) und der Warzenbeißer (4) zuhause. GERHARD HÜBNER Dipl.-Biologe, Naturschutzfachkraft, Geschäftsstelle Coburg E-Mail: gerhard.huebner@lbv.de 5 4 3 2 1

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