VOGELSCHUTZ 2-21

VOGE LSCHUTZ 2|21 31 ERLEBEN SIE DAS SOMMERHIGHLIGHT 2021 AKTUELLE INFORMATIONEN UNTER INGOLSTADT2020.DE/CORONA INGOLSTADT2020.DE ++ NEUE LAUFZEIT ++ 21. APRIL – 3. OKTOBER 2021 Tag einer Gebietsbetreuerin in einem Wiesenbrütergebiet im Frühjahr aus? Grundsätzlich wunderbar. Die Wie- sen liegen in einem zarten Grün in der weiten Landschaft, die Sonne lockt die Insekten aus ihren Verstecken und die Melodie der Brachvögel und Ufer- schnepfen lässt einen in eine andere Welt eintauchen. Genau das ist oft auch der Grund für viele Menschen, solche besonderen Landschaften aufzusuchen. Nur zu leicht vergisst man dabei, was ein Durchqueren solcher Lebensräume für Auswirkungen auf die dort lebenden Tiere haben kann. Vor allem in Zeiten von Corona zieht es immer mehr Menschen in die Natur. Oft sprin- gen bei Spaziergängen quietschvergnügt noch ein, zwei Hunde in den Wiesen herum, und die panischen Warnrufe von brütenden Vögeln werden oft nicht verstanden oder überhört. Wie reagieren Sie auf viele Besucher und wie reagieren die Menschen auf Ihre Ansprache als Gebietsbetreuerin? Als Gebietsbetreuerin liegt es einem am Herzen, den Menschen die Natur näher zu bringen, Begeisterung zu entfachen und die Neugierde zu wecken. Gleicher- maßen setzt man sich für die Belange der Pflanzen- und Tierwelt ein und zeigt auch notwendige Grenzen auf. Wenn ich Menschen mit der Bitte auf Rück- sichtnahme anspreche, reagieren diese meist mit Verständnis, und sie lassen sich gerne die Hintergrün- de meiner Bitte erklären. Aber eben nicht alle. So kann es dazu kommen, dass durch einen stöbernden Hund in der Wiese eine gan- ze Brut aufgegeben oder eine Brachvogelfamilie ausgelöscht wird, die zuvor mit hohem Einsatz und viel Herzblut geschützt wurde. Wie kann man am besten Wiesenbrüter beobachten und wie sollte man sich da- bei verhalten? Es gibt sehr gute Möglichkeiten, die- se wundervollen und auffälligen Vögel zu beobachten. In allen Wiesenbrüterschwer- punktgebieten gibt es Aussichtshügel oder -türme und oft aus- gewiesene Rad- und Wanderwege, von denen aus eine Be- obachtung hervorragend möglich ist. Neben der Beobachtung ist auch das Lauschen eine schöne Naturerfahrung. Einmal die Augen schließen und den flötenden Gesängen der Brachvögel folgen – herrlich! Sie sollten bei Ihren Touren die aus- gewiesenen Wege nutzen und das Be- treten der Wiesen stets unterlassen. Mit Hunden sollten solche Gebiete möglichst gemieden oder die Beglei- ter unbedingt an die Leine genommen werden. In den meisten Wiesenbrüter- gebieten geben Ihnen Gebietsbetreue- rinnen und Gebietsbetreuer gerne Auskunft über die Beobachtungsmög- lichkeiten, und natürlich kann man dort auch ganz viele Informationen zu dieser besonderen Vogelgruppe erhalten. Wenn Sie an die Pfingstferien denken, wünschen Sie sich für die Vögel Son- nenschein oder ein verregnetes Wo- chenende? Für die Vögel ist ein lauer Sommerre- gen über Pfingsten wahrscheinlich die bessere Alternative. Zumal sie Feucht- lebensraumbewohner sind und die Wiesen zu dieser Zeit oft schon viel zu trocken für die spezialisierten Arten sind. Aber noch mehr, weil der Besu- cherdruck in den Gebieten an einem Schönwetter-Wochenende um ein Viel- faches höher sein wird als bei Regen. Die Pfingstferien liegen in einem Zeit - raum, in dem die Vögel oft noch in Fa- milientrupps unterwegs sind. Ende Mai bis Anfang Juni ist die Zeit, in der viele Vogelkinder das Fliegen lernen. Das ist eine energiezehrende Aufgabe. Bekom- men die Familien zusätzlichen Stress durch viele Störungen im Gebiet, kann das fatale Folgen haben. „Bleiben Sie auf den ausgewiese- nen Wegen!“ - ANZEIGE - Rufende Uferschnepfe: Sie ist in Bayern vom Aussterben bedroht.

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