VOGELSCHUTZ 3-19
36 VOGELSCHUTZ 3|19 ie Artenvielfalt im Garten kann jeder aktiv fördern, indem er Nisthilfen für Vögel oder Wildbienen an- bringt, seinen Garten igelfreundlich gestaltet oder Blühpflanzen (Blühmischungen, Solitärstauden, Wildsträu- cher) anpflanzt. Man kann aber auch einfach etwas „fauler“ sein und der Natur mehr ihren Lauf lassen. Lassen Sie doch einfach im Gemüsebeet oder im Staudenbeet Blühpflanzen zu, die sich selbst wieder aussäen wie Klatschmohn, Ringel blume, Borretsch, Lein, Phazelie, Fingerhut, Tagetes. Letztere vertreiben zum Beispiel Drahtwürmer und Weiße Fliege und schützen den Sa- lat vor Schnecken, da sie diesen besser schmecken. Die Blüten locken auch In- sekten an, die wiederum Ihre Tomaten und Gemüsepflanzen bestäuben. Neh- men die Blühpflanzen einmal überhand, werden sie kontrolliert gejätet und als Mulch verwendet. Die Zeiten der großen Gemüsebeete zur Selbstversor- gung, mit fast täglichem Jäten und Gemüseverarbeiten in al- len möglichen Variationen, sind vorbei. Heute gärtnert man konzentrierter, effektiver, mit mehr Ertrag, mehr Natur, und das natürlich ohne Gift und Torf. Mischkultur imGemüsebeet, Fruchtfolge, das Gärtnern mit Pflanzenauszügen zur Dün- gung, Schädlingsabwehr oder Pflanzenkräftigung sind altbe- währte Techniken, die wie das Kompostieren zum Repertoire eines naturgemäß arbeitenden Gärtners gehören. Ebenso sollte selbstgemachte Terra preta zur Bodenverbesserung und als umweltfreundlicher Dünger nicht fehlen. Zum zeitgemäßen, nachhaltigen Gärtnern gehört eine Bo- denverbesserung und Ertragssteigerung mit selbstgemachter Terra preta statt Kunstdünger. Wer dies einmal selbst auspro- bieren möchte, kann sich einen KON-TIKI-Pyrolyse-Ofen zum Beispiel von der LBV-Umweltstation Lindenhof in Bayreuth oder der Umweltbildungsstätte Oberelsbach ausleihen und damit holzige Gartenabfälle sauber verkoh- len – frei von Schwermetallen oder giftigen Rauchgasen oder Kondensaten. Die herge- stellte Aktivkohle wird dem Kompost beige- mengt oder als „Dauerdünger“ mit Brennes- seljauche aufgeladen. Vermischt mit etwas Gesteinsmehl ist sie ein optimaler Speicher für Nährstoffe. Diese Pflanzenkohle spei- chert im Boden Wasser und Nährstoffe, bis sie von der Pflanze abgerufen werden, und enthält Mikroorganismen, die für ein aktives Bodenleben und Humusbildung wichtig sind. Mit der Verkohlung von holzigen Gartenabfällen (Gehölz- schnitt, Obstbaumschnitt) binden Sie klimafreundlich das im Holz enthaltene Kohlendioxid zu etwa 60 Prozent dauerhaft im Boden. Das Schweizer Forschungsinstitut Ithaka hat in zahlreichen wissenschaftlichen Feldversuchen Ertragssteige- rungen von 70 bis 200 Prozent durch Einsatz von Pflanzen- Wer als Unterzeichner des Volksbegehrens die Artenvielfalt auch im heimischen Garten un- terstützten möchte, für den ist das Gärtnern mit Terra preta genau das Richtige. Denn durch effektivere Ernte der Selbstversorgung auf kleinerem Raum bleibt mehr Platz im Garten für Blühpflanzen, Wildnis und natürliche Pflanzenmischungen. D Nachhaltig Gärtnern mit Terra preta, erprobt an der LBV-Umweltstation Lindenhof UMWE L T B I L DUNG Mehr Ertrag, mehr Vielfalt, weniger Arbeit! Mehr Platz für Hängematten statt Gartenzwerge Bunte Vielfalt auf engem Raum: genug Platz für Blühflächen und Gemüsegarten
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=